31.03.17

Von Kalligraphie bis Motion Graphic

Kategorie: Studium, Gestaltung, Termine, Mediendesign, Termine, Presse, Startseite

Die Medienkunstausstellung „Akademos. A Place für Poets and Philosophers“ im Gutenberg-Museum bis 31. März 2017 verlängert.

Ausschnitt aus der Ausstellung

Fotos: Martina Pipprich

Ende November wurde im Gutenberg-Museum Motyf 2016, das internationale Medienfestival zu Schrift in Bewegung in Design, Kunst, Film und Raum, eröffnet. In ihren Begrüßungsworten waren sich die Direktorin des Gutenberg-Museums, Dr. Annette Ludwig, wie auch der Präsident der Hochschule Mainz, Prof. Dr. Gerhard Muth, und die Festivalleiter Prof. Anja Stöffler und Prof. Ralf Dringenberg einig: Ein solches Festival lässt sich nur auf die Beine stellen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und breite Unterstützung finden. So galt der Dank allen Mitwirkenden und Sponsoren.

Das Festival beschäftigt sich mit dem Potential von Schrift in Bewegung im Spannungsfeld von Technik, Forschung, Kunst, Design und Information in interaktiven, vernetzten und mobilen Medien. Dazu gab es ein zweitägiges Symposion und eine Reihe von Workshops mit internationalen Designer- und Gestaltergrößen u.a. aus Neuseeland, Irland und Polen. Mit dem Festival wurde auch die Medienkunstausstellung „Akademos. A Place für Poets and Philosophers“ eröffnet. Im zweiten Obergeschoss des Gutenberg Museums zeigen 80 Nachwuchskünstler, wie sie mit bewegten und bewegenden Texten umgehen. Dazu setzen sie unterschiedliche Texte mit audiovisuellen, installativen und weiteren künstlerischen Mitteln innovativ in Szene.

So interpretiert beispielsweise Nikola Scheibe mit ihrer Lyrikschaukel das Gedicht „Das trunkene Schiff“ von Arthur Rimbaud. Die Besucher versetzen die Worte des Gedichts durch das Schwingen der Schaukel in Bewegung – was zu einer neuen, aktiven Auseinandersetzung mit Lyrik führt. Mit großer Neugier begegneten die Gäste auch der 360° Virtual Reality-Anwendung „Welttexte immersiv (Part one), Panta Rei“ des Instituts für Mediengestaltung, Mainz. Hier verwenden Ausstellungsmacherin Prof. Anja Stöffler und ihr Team Head-Mounted-Displays, um die Betrachter in einen typographischen Raum zu versetzen, der Interaktion mit dem Text ermöglicht und den Schriftraum in einen mehrere Sinne berührenden Erlebnisraum verwandelt. Mit der Sichtbarmachung unsichtbarer, aber spürbarer Emotionalität beschäftigt sich die Zeichenmaschine „I love you“ von Catharina Szonn von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Die „Dürerhasen“ von Eckhard Westermeier von der Akademie der Bildenden Künste, München, sind eine Reminiszenz an den „Feldhasen“ von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1502, dessen Unbeweglichkeit die computeranimierten Hasen audiovisuell verspotten. Dies sind nur einige Beispiele der überaus vielseitigen Ausstellung. Schrift auf Haut, Schrift auf Körper, Schrift im Raum, Schrift und Grafik sind weitere Schwerpunkte, mit denen sich die Arbeiten befassen.

Die Ausstellung, die an die erfolgreiche Medienkunstausstellung „Moving Types“ anknüpft, ist aufgrund des großen Besucherzuspruchs bis 31. März 2017 zu sehen und zu erleben. Sie zeigt auf beeindruckende Art, wie vielseitig sich junge Künstler dem Thema Schrift in Bewegung nähern und sich dabei von Kalligraphie bis Motion Graphic einer enormen Bandbreite künstlerischer Darstellungsformen bedienen.