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Informationstechnologien in Geisteswissenschaften, Gestaltung und Medien

Für die Ausdeutung des kulturellen Erbes der Menschheit und die Weiterentwicklung von Medien, Gestaltung und Kommunikation eröffnen digitale Technologien neue Chancen und Herausforderungen. Sowohl die digitalen Geisteswissenschaften als auch die Bereiche Gestaltung und Medien sind an der Hochschule seit vielen Jahren fest in anwendungsnaher Forschung und Transfer verankert. Diese Bereiche sind international vernetzt und setzen vielfältige Projekte um. Die Schnittmenge aus zeitgemäßer Vermittlung und geisteswissenschaftlicher Forschung ist in Deutschland als Forschungsfeld allerdings noch kaum etabliert.

In den digitalen Geisteswissenschaften am Standort Mainz spielt die Hochschule eine zentrale Rolle. Neben dem hochschulübergreifenden Masterstudiengang „Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften“, der gemeinsam mit der Universität und weiteren Forschungsinstitutionen betrieben wird, beheimatet sie die Geschäftsstelle des Mainzer Zentrums für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, mainzed. Der Schwerpunkt der über zwei Jahrzehnte betriebenen  Forschungsarbeit umfasst die Digitalisierung materieller Hinterlassenschaften und deren digitaler Verortung in Raum und Zeit, wobei die zuverlässige Bereitstellung der Daten für die Forschung im Vordergrund steht. Dementsprechend wird die Hochschule den derzeit anlaufenden Prozess der Etablierung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) aktiv mitgestalten und auch in den kommenden Jahren zum Themenfeld Forschungsdatenmanagement und Wissensmodellierung mit einem Fokus auf 3D-Erfassung und Geodaten forschen.

Das img – Institut für Mediengestaltung arbeitet und forscht angewandt mit den zeitbasierten Medien von Animation, Interaktion, Film/Video und medienkonvergierenden Anwendungen auch mit Raumbezug. Dies beinhaltet: Einsatz und Anwendung neuer Medientechnologien wie VR/AR, medienarchäologische Erforschung historischer Medien (DFG-Projekt), Transfer und Aufbau von Medien-Archiven für die Mainzer Kompetenzbereiche Moving Types – zeitbasierte und interaktive Kommunikation, Werbung im Film und Fluxus-Pioniere in Filmdokumenten. Der Transfer durch Ausstellungen und Symposien mit Partnern auf nationaler und internationaler Ebene sowie zeit- und medienbasierte Publikationen sind Ziel und zentrales Moment der gestalterischen Kompetenz.

Das IDG – Institut Designlabor Gutenberg widmet sich der kritischen inhaltlichen und  gestalterisch-konzeptionellen Auseinandersetzung mit den für Kommunikationsdesign relevanten Fragestellungen. Inhaltliche Schwerpunkte stellen Typografie sowie die Interaktion von Wissenschaft und Kommunikation dar. Beispielprojekte sind Online-Publikationsprojekte wie „The Missing Scripts“, „The World’s Writing Systems“, die Ausstellungs- und Publikationsprojekte zum Nationalen Bauhausjahr wie „Moholy-Nagy und die Neue Typografie“ sowie „bauhaus.labor“ und „FUTURA. Die Schrift.“ (zus. mit Gutenberg-Museum / KSB) bis hin zur Erfassung von digitalen Online-Partituren für den zeitgenössischen Tanz (Motion Bank) und der Ausbau von Choreographic Coding Labs.