Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten

Prof. Dr. Lydia Bals von der Hochschule Mainz

Teilnahme an Projektakademie der DFG

„Ich freue mich sehr für die Projektakademie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angenommen worden zu sein, das werden zwei sehr spannende Jahre!“, sagt Prof. Dr. Lydia Bals von der Hochschule Mainz. Ihre Projektskizze zum Thema Biomimetic Principles for Improved Organizational Information Processing wird sie ab April im Rahmen der Projektakademie die nächsten zwei Jahre zu einem vollen DFG Antrag ausarbeiten.

Biomimicry ist im Deutschen eher unter dem Begriff Bionik bekannt und beschreibt das Übertragen von hochfunktionalen Designideen aus der Natur bzw. über Jahrtausende evolvierte Prinzipien auf menschliche Fragestellungen. Die bekanntesten Beispiele sind im Materialbereich zu finden, denn viele kennen den Lotuseffekt zum Beispiel bei Badoberflächen oder haben schon einmal davon gehört, dass Gecko Füße Pate für Kleber gestanden haben.“

Neben solchen Produktbeispielen (siehe auch Straßmann, 2005), bietet die Natur aber auch Inspiration für organisatorische Fragestellungen. „Wir leben in einer Zeit, in der Informationstechnologie unsere alten Muster eher hierarchischer, zentraler Führung in Frage stellen. Die Natur bietet zahlreiche Beispiele für dezentrale Organisationsmuster, die bei dezentraler Informationsverarbeitung hocheffektiv und hocheffizient sind. Dafür sind beispielsweise Insektenkolonien ein sehr gutes Beispiel.“ Wegen letzteren hat sich Prof. Dr. Bals für dieses Projekt Mitstreiter aus der Insektenforschung gesucht, die ebenfalls an dem Antrag mitwirken werden. „Es wird also hochinterdisziplinär – beide Seiten freuen sich wirklich schon sehr auf ganz neue Anregungen durch einen weiten Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand!“

Das Format Projektakademie dient dazu, insbesondere Fachhochschulprofessoren Unterstützung bei der oft zeitaufwändigen und fachlich intensiven Antragsvorbereitung zu geben (siehe mehr Informationen dazu in der Infobox; das Thema von Prof. Dr. Bals gehört übrigens zum Unterarbeitsthema 3). Ausrichter dieser Projektakademie sind die TU Dortmund (Prof. Dr. Michael Henke) und die TU Berlin (Prof. Dr. Holger Kohl). Jetzt steht als erstes am 24. und 25.04.2018 die Kickoff Veranstaltung in Dortmund an.

 

Infobox: Hintergrundinformationen gemäß DFG Website (DFG, 2017)

„Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet unter dem Titel ‚Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten‘ eine Projektakademie. Ziel der Projektakademien ist es, interessierten Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen in einem frühen Stadium ihrer Karriere einen Einstieg in die Durchführung von Forschungsprojekten auf der Grundlage von DFG-Drittmitteln zu bieten.

Das Gesamtthema ‚Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten‘ wird unter insgesamt drei Unterarbeitsthemen fokussiert:

1) Welche ethischen Aspekte des Nachhaltigkeitskonzepts müssen als Rahmenbedingungen beachtet werden?

2) Welche Parameter und Aktivitäten sollen verbessert werden, und wie kann ein Fortschritt messbar gemacht werden?

3) Mit welchen Maßnahmen können nachhaltige Wertschöpfungsketten erreicht und in der Praxis effektiv verankert werden?

Antragsberechtigt zur Teilnahme sind Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen, deren erster Ruf noch nicht länger als sechs Jahre zurückliegt. Angesprochen sind Wissenschaftler aus den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, die Interesse an der Durchführung von Grundlagenforschung auf der Basis von DFG-Drittmitteln haben.

Interessentinnen und Interessenten an der Projektakademie bewerben sich mit einer Skizze für ein grundlagenwissenschaftliches Forschungsprojekt aus dem gesamten Spektrum der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. […]

Im Rahmen des ersten zweitägigen Treffens vom 25. bis 26. April 2018 in Dortmund werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmer fundierte Einsichten in die Antragstellung, das Management von Forschungsvorhaben und die Besonderheiten an Fachhochschulen gegeben.“

 

Quellen:

DFG (2017): Information für die Wissenschaft Nr. 75 | 24. Oktober 2017, Projektakademie „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“

Straßmann (2005): Kleben wie der Gecko