BWL-Absolventin gewinnt AGGP

Bernd Ambiel (Vorsitzender der Jury), Prof. Dr. Heinrich Holland (Betreuer der Bachelorarbeit und Mitglied der Jury, Mary-Victoria Gerardi-Schmid (Sponsorin des Preises), Evelyne Streicher (Preisträgerin), Martin Nitsche (Präsident des Deutschen Dialogmarketing Verbandes). Foto: DDV

Evelyne Streicher erhält den Alfred Gerardi Gedächtnispreis.

BWL-Absolventin Evelyne Streicher gehört zu den diesjährigen Preisträgern des Deutschen Dialogmarketing Verbands. Für ihre Bachelorarbeit "Der Einfluss verschiedener Arten von Anreizen und der Datenverarbeitungstiefe auf die Datenteilbereitschaft, unter Berücksichtigung des Privacy Paradoxons als zusätzliche Komponente: Eine Befragung zu Datenschutzbewusstsein und Datenschutzverhalten im Kontext Big Data" wurde sie mit dem Alfred Gerardi Gedächtnispreis (AGGP) ausgezeichnet. Der AGGP ist die höchste Auszeichnung für wissenschaftliche Abschlussarbeiten auf dem Gebiet des Dialog- und Data Driven Marketings und mit jeweils 2500,- Euro dotiert. Jedes Jahr vergibt der DDV den Preis in den Kategorien Dissertation, Master- und Bachelorarbeit an Studenten an Universitäten, Fachhochschulen und werbefachlichen Akademien im gesamten deutschsprachigen Raum.

Evelyne Streicher stammt aus dem Elsass. Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter Deutsche. Ihre Kindheit und Schulzeit hat sie in Frankreich verbracht. Vor ihrem BWL-Studium am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Mainz, hatte sie bereits ihren ersten Bachelorstudiengang in Angewandten Sprachen erfolgreich in Strasbourg abgeschlossen. Dank des zweiten Bachelorabschlusses kann sie nun neben Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch auch mit BWL und vor allem Marketing und Marktforschung in der Arbeitswelt punkten.

Datenschutz ist besonders in der heutigen Zeit ein großes Thema von dem fast jeder betroffen ist, insbesondere im Kontext der voranschreitenden Digitalisierung und unter dem Ausdruck „der gläserne Bürger“. Das ständige Teilen bzw. Generieren von Daten ist kaum vermeidbar, denn schon allein banale, alltägliche Aktivitäten wie die Nutzung einer App, von Social Media oder das Surfen im Internet, funktionieren nicht ohne das Speichern von Nutzungsgewohnheiten oder der IP-Adresse. Aber auch offline werden Daten gesammelt, z. B. bei der Kartenzahlung beim Einkaufen. „Deswegen ging es in meiner Bachelorarbeit darum, das Bewusstsein der Konsumenten über diese ständige Datensammlerei und die (un-)bewussten Beweggründen, Daten mit Unternehmen zu teilen, zu untersuchen“, erzählt die Preisträgerin. Besonders interessant fand sie, dass selbst vermeintlich „harmlose“ Daten, wie das Geburtsdatum viel über eine Person verraten können, wenn sie mit anderen kombiniert werden. Eine Studie hat zum Beispiel herausgefunden, dass circa zwei Drittel der US-Bürger eindeutig identifiziert werden können, wenn man ihr Geburtsdatum, ihr Geschlecht und ihre Postleitzahl kennt.

„Bei unseren Freunden und, wenn wir ehrlich sind, auch bei uns selbst, können wir immer wieder eine große Diskrepanz feststellen zwischen dem, was wir bezüglich des Datenschutzes behaupten, und dem tatsächlichen Verhalten. Natürlich legen wir alle großen Wert auf den Datenschutz, auf der anderen Seite sind wir aber Mitglieder in Kundenclubs, bei Payback oder veröffentlichen Daten über Facebook“, erzählt Prof. Dr. Heinrich Holland, Betreuer der Abschlussarbeit. Dieses Phänomen des Privacy Paradoxons hat Evelyne Streicher in ihrer hervorragenden Bachelorarbeit untersucht.  „Sie hat sich damit beschäftigt, welche Vorteile die Menschen dafür suchen, dass sie ihre Einwilligung in die Speicherung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten geben“, so Holland weiter.

Gastgeber für den diesjährigen wissenschaftlichen Kongress für Dialogmarketing, bei dem Evelyne Streicher mit dem Alfred Gerardi Gedächtnispreis ausgezeichnet, war die FOM Hochschule in Hamburg. Der Kongress für Dialogmarketing gastierte vor einigen Jahren aber auch schon an der Hochschule Mainz. Alfred Gerardi war ein leider viel zu früh verstorbener Pionier des Dialogmarketings. Seit 33 Jahren stellt seine Witwe Mary-Victoria Gerardi-Schmid, gemeinsam mit dem Unternehmen Printus, diesen Preis zur Verfügung.