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Das Trauma der Corona-Pandemie

Ausschnitt aus dem Comic „Through The Dunes“ von Lucie Langston

New York Times veröffentlicht Comic von Mainzer Designstudentin

Lucie Langston, Studentin an der Hochschule Mainz, hat etwas erreicht, von dem viele Illustratorinnen und Illustratoren träumen. Am 20. Juli 2020 publizierte die New York Times den 16-seitigen Comic „Through The Dunes“ der jungen Künstlerin, die im 8. Semester Kommunikationsdesign studiert.
 
Eigentlich wollte Langston das Sommersemester 2020 in Cardiff, Wales verbringen, doch die Corona-Pandemie zwang sie zur frühzeitigen Rückkehr nach Deutschland. In Mainz wurde sie mit einem in remote stattfindenden Semester und zunehmender Isolation konfrontiert. Ihr Ausweg: lange Spaziergänge durch das Naturschutzgebiet Mainzer Sand. In den Dünen am Rhein fand sie die nötige Inspiration, um ihre Erfahrungen aus Isolation und der depressiven Färbung dieser Zeit darzustellen. Entstanden ist ein autobiografischer Comic, der das kollektive Trauma der Corona-Pandemie in melancholisch leichte Illustrationen transportiert, in denen sich der Leser wiederfinden kann.
 
„Anfang Januar 2020 reiste ich nach Wales, um an der Cardiff Metropolitan University Illustration zu studieren. Drei Monate später endete mein Erasmus-Semester aufgrund einer weltweit ausbrechenden Pandemie. Auf dringende Empfehlung der Hochschule Mainz buchte ich eines der letzten Flugtickets am letzten Tag, während Passagierflüge weitestgehend abgesagt und bald ganz eingestellt wurden. Es fiel mir schwer zu gehen, hatte ich doch um dieses Semester gekämpft. Trotz einer stark einschränkenden  Depression hatte ich mich für das Auslandssemester beworben und nach der Zusage viel Hoffnung und Wünsche an diese Zeit geknüpft. Dann kam Covid-19“, so Lucie Langston.
 
„Meine Geschichte geht ein in jede andere Geschichte“
 
„Mein Studiengang empfing mich mit offenen Armen und ich konnte direkt in das beginnende Semester im April einsteigen. Meine Professorin Monika  Aichele, völlig unbeeindruckt von der Absage des Comic Salon Erlangen, der eigentlich Gegenstand des Kurses hätte sein sollen, ergriff die Gelegenheit, ihre Studierenden auf das Onlinetagebuch „Art In Isolation“ der New York Times aufmerksam zu machen. Es handelt sich um ein Format der New York Times, das Illustrationen, Comics und andere künstlerische Arbeiten, welche durch und während Corona entstanden sind, zeigt. Der Kurs beschloss, Arbeiten für dieses Format zu fertigen. Ich ergriff die Chance sofort und reichte schließlich meinen 16-seitigen autobiographischen Comic „Through The Dunes“ ein, in dem ich meine eigene intensive persönliche Erfahrung von Isolation und Depression verarbeitet habe. Die Redaktion war so begeistert, dass mein Comic einen eigenen Artikel in der Rubrik „Opinion“ der Online-Ausgabe der New York Times bekam und ich damit als Author and Illustrator gefeatured wurde.
 
Autobiographische Arbeiten erzählen uns nicht nur etwas über die Erfahrungen des Autors und Individuums, sondern auch über eine kollektive Erfahrung. Comics sind hervorragend geeignet, um schwierige Erfahrungen, Konflikte, emotionale Auseinandersetzungen oder gar Traumata darzustellen, mitzuteilen und für den Betrachter und Leser erfahrbar zu machen. Wenn wir von Covid-19 sprechen, reden wir bereits über ein kollektives Trauma, das sich durch alle Lebensbereiche, alle Schichten und über alle Kontinente zieht. Meine Geschichte geht ein in jede andere Geschichte“, resümiert Lucie Langston, die im kommenden Semester ihren Bachelor machen wird.
 
Link zur Veröffentlichung in der New York Times vom 20. Juli 2020:
https://www.nytimes.com/2020/07/20/opinion/coronavirus-anxiety.html


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Lucie Langston