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Drei Fragen an

Prof. David Scherr, Fachbereich Gestaltung (Foto: Ivanka Penjak)

Prof. David Scherr, Fachbereich Gestaltung

Prof. David Scherr wurde Anfang August 2020 an die Hochschule Mainz berufen und lehrt dort 3 D-Computeranimation im Studiengang Zeitbasierte Medien.

Herr Professor Scherr, was hat Sie zum Wechsel an die Hochschule Mainz bewogen?

Nun, so eine Möglichkeit bietet sich nicht alle Tage. Da musste ich nicht allzu viel abwägen. Ich freue mich, das Wissen aus meinem Berufsleben an die Studierenden weiterzugeben und vor allem tolle Arbeiten mit ihnen umzusetzen. Zudem schätze ich die kreativ-kollaborative Stimmung und das generelle Konzept der Zeitbasierten Medien, und der Kontakt zum Kollegium war auch von Anfang an sehr gut und ich wurde freundlich empfangen. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Was reizt Sie am meisten an Ihrer neuen Stelle?

Die Vielfalt: Animation ist ein sehr weites Feld, und während man im Job schnell zum Spezialisten wird, erfordert die Lehre einen viel generelleren Ansatz. Es geht letztendlich nicht nur ausschließlich um die künstlerisch/technische Umsetzung von computer-animierten Charakteren; es geht um Design, Emotionen, Storytelling und vieles mehr.  All dies bedingt sich gegenseitig. Das Schöne ist auch, verglichen mit manchem Ablauf in einer Filmproduktion, in der es oftmals klassisch hierarchisch zugeht: Es gibt hier keine festen Positionen. Die Karten werden bei jedem Projekt neu gemischt und es wird auf Augenhöhe diskutiert. Zudem sind die Ideen und Projekte der Studierenden sehr divers, und es ist wunderbar zu sehen wie diese sich entwickeln und von der Idee zum fertigen Werk reifen.

Die Hochschule ist natürlich ein Experimentierfeld für neue Trends und Techniken in der Branche. Gerade in der Computeranimation ist technischer Fortschritt schon immer ein treibender Faktor. Da ist man natürlich hier freier und kann losgelöst von wirtschaftlichen Zwängen Dinge ausprobieren; ein Privileg, welches nicht nur den Studierenden zukommt, sondern natürlich auch den Lehrenden. Gleichzeitig ist es natürlich auch Pflicht, aber eine, die mir großen Spaß macht.

Zu welchem Thema würden Sie sich gerne mit Studierenden in lockerer Runde austauschen?

Themen gibt es da viele. Wir leben in einer verrückten Zeit, die Welt verändert sich rasant. Jetzt gerade die Zwangsdigitalisierung durch Corona, die in vieler Hinsicht überfällig war, aber auch Gefahren birgt. Der Naturschutz und endliche Ressourcen, ein Thema das gerade wieder viel zu sehr aus dem Fokus verschwunden ist. Die Umbrüche in der Wirtschaft durch “disruptive” Innovationen und digitale Monopolisierung. Fake News und die Filterblase. Die Veränderung der Arbeitswelt durch KI und Algorithmen. Das wird auch in unserer Branche einiges verändern. Wie kann man sich darauf vorbereiten? Wie kann man als Gesellschaft damit umgehen und was muss sich ändern? Als Medienschaffende haben wir da durchaus eine Verantwortung. Und daher sollten wir uns diesen Fragen stellen. Das geht aber auch gut in lockerer Runde.

 

 

Unter der Überschrift „Drei Fragen an“ werden in loser Folge neu berufene Professorinnen und Professoren vorgestellt. Folgende Beiträge sind bereits in der Reihe „Drei Fragen an“ erschienen: