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Papierflieger auf Wolkenmodulen

Installation "Tunnelflieger", Foto: Peter Pulkowski

Installation "Tunnelflieger", Foto: Peter Pulkowski

Eine spielerische Ablenkung für junge Patienten auf dem Weg in den OP

Es ist soweit: Die Installation „Tunnelflieger“, entstanden in einer Kooperation von Hochschule Mainz, Universitätsmedizin Mainz und dem gemeinnützigen Verein „Sterntaler e.V.“, konnte vor wenigen Tagen an den Start gehen. Der virtuelle Papierflieger soll Kindern den belastenden Weg vom Krankenzimmer in den Operationssaal buchstäblich leichter machen und zu einem beruhigenden Erlebnis werden lassen.
 
Station und Operationssäle der Kinderchirurgie an der Mainzer Universitätsmedizin befinden sich in zwei unterschiedlichen Gebäuden. Diese sind durch einen 200 Meter langen, funktionalen und eher roh anmutenden unterirdischen Gang miteinander verbunden – keine optimale räumliche Situation für den Transport der jungen Patienten auf dem Weg zu ihrer Operation.
 
Der gemeinnützige Verein „Sterntaler e.V.“ und die Leitung der Kinderchirurgie, vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Oliver Muensterer, hatten es sich zur Aufgabe gemacht, diese Situation durch gezielte gestalterische Maßnahmen im Raum zu verbessern. Gemeinsam mit Studierenden und Professoren des Master-Studiengangs „Kommunikation im Raum“ der Hochschule Mainz haben sie deshalb die Idee des „Tunnelfliegers“ entwickelt. In Zukunft wird ein virtueller Papierflieger mit auf die Reise gehen und seine Bahnen über den Kindern auf einer eigens hierfür entwickelten Wolkendecke ziehen – eine spielerische Inszenierung, die vom Transport zum Operationssaal ablenken soll.
 
„Gestartet sind wir im Wintersemester 2015/16 mit dem festen Vorhaben, die Situation der Patienten im unterirdischen Versorgungsgang der Universitätsmedizin zu verbessern. Ob uns eine Realisierung des Konzepts Tunnelflieger wirklich gelingen würde, war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Aus einem anfänglich studentischen Projekt ist, dank des Durchhaltevermögens und der tatkräftigen Unterstützung aller Beteiligten, inzwischen eine realisierte Rauminstallation geworden. Rund drei Jahre nach unserem ersten Probeaufbau bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung tut es gut zu sehen, dass die Idee des Tunnelfliegers nun Wirklichkeit geworden ist“, erläutert Prof. Bernd Benninghoff von der Hochschule Mainz Gestaltung.
 
Und sein Kollege Prof. Markus Pretnar ergänzt: „Schon während der Arbeiten im Tunnel war zu erleben, dass die Patienten und ihre Begleiter die neue Installation intensiv erleben und der unterirdische Transport – gemeinsam mit dem Tunnelflieger – für sie zu einem positiven Erlebnis wird. Der Tunnelflieger ist nicht nur ein Beleg für den sozialen Wert von Gestaltung. Es macht uns als Gestalter auch glücklicher, durch unsere Arbeit etwas wirklich Gutes auf den Weg gebracht zu haben.“
 
„Eine über viele Jahre bestehende sehr unbefriedigende Situation haben wir durch den Tunnelflieger entscheidend verbessert“, so der Vorsitzende des Fördervereins für die Kinderchirurgie Sterntaler e.V. Dr. Wolfgang Puth, und bedankte sich bei allen Unterstützern und Spendern, ohne die die Umsetzung des insgesamt rund 140.000 Euro kostenden Projekts nicht möglich gewesen wäre. Auch der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Oliver Muensterer freut sich über die Fertigstellung des Projekts: „Der Tunnelflieger ist ein lang ersehnter Meilenstein zu einer wirklich kinderfreundlichen Atmosphäre an der Universitätsmedizin.“