Wettbewerb Neue Wege in der Lehre

Ausgezeichnet: Prof. Dr. Katharina Kluge und Dr. Andreas Hütig | Foto: Björn Hirte

Auszeichnung im Rahmen des „Digitalen Tags“

Im Rahmen des „Digitalen Tags“ sind am 16. Januar 2019 die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs „Neue Wege in der Lehre“ bekannt gegeben worden. Insgesamt wurden sieben Beiträge mit innovativen Lehrideen bzw. Lehrkonzepten von der Hochschule Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)  eingereicht.  Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von einer interdisziplinär besetzen Jury ausgewählt. In diesem Jahr beschloss die Jury, auf eine Platzierung  zu verzichten. Es wurden zwei Lehrideen mit einer Förderung von jeweils 750 Euro ausgezeichnet und ein Sonderpreis für 500 Euro vergeben.

Die Auszeichnungen gingen an:

Prof. Dr. Katharina Kluge für „Gemeinsames Erstellen von Augmented Reality-angereicherten Postern für das Laborpraktikum“ (Hochschule Mainz Fachbereich Technik, Fachrichtung Bauingenieurwesen)
Im Rahmen eines Laborpraktikums erstellen Studierende eine Schritt-für-Schritt Anleitung für einen Laborversuch in Form eines Posters. Dieses soll mit digitalen Elementen angereichert werden, die per Augmented Reality Funktionen zugänglich sind. Die digitalen Elemente können auf einem Smartphone mittels App nach Fokussieren des Posters abgespielt werden und dienen der Erklärung von komplexen Prozessen, die nur schwer auf einem Poster dargestellt werden können (komplizierte Handgriffe, Kalibrierung eines Gerätes). Die Studierenden erlernen dabei u.a. den Umgang mit Normen, das strukturierte Darstellen von Abläufen und das Präsentieren ihrer Ergebnisse. Zusätzlich schaffen sie hilfreiche Lehrmaterialen für zukünftige Teilnehmende des Praktikums.

Dr. Andreas Hütig für „Interdisziplinarität auf neuem Wege: Student Generated Videos in der Wissenschaftsreflexion“ (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Studium Generale)
Im Rahmen einer Ringvorlesung des Studium generale zum Thema „Was darf Wissenschaft?“ und Begleitübungen werden ethische Fragen zu historischen Fällen (z.B. Entdeckung der Kernspaltung) und zu aktuellen Entwicklungen in Technik und Gesellschaft (z.B. Künstliche Intelligenz, Schadstoffgrenzwerte) diskutiert. Als Teil der Übungen sollen die Studierenden Erklärvideos in Legetricktechnik drehen und die Grundlagen dieser Praktiken und Fälle erläutern. Sie lernen dadurch, Befunde und Techniken aus ihren jeweiligen Fächern (u.a. Geschichte, Biologie, Informatik, Politik) so darzustellen, dass die Fälle intensiv diskutiert werden können. Sie gewinnen medienpraktische und wissenschaftsreflexive Kompetenzen und schulen Kreativität und Teamwork.

Den Sonderpreis erhielt:

Dr. Henrik Bellhäuser für „Optimierte Lerngruppenformation mit MoodlePeers“
(Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Psychologie in den Bildungswissenschaften, Fachbereich 02)
Lernen in Lerngruppen ist eine erfolgreiche Lernstrategie und weit verbreitet. Allerdings werden Lerngruppen meist per Zufall oder auf Basis von Freundschaften gebildet, obwohl in der Psychologie Erkenntnisse vorliegen, welche Zusammensetzung von Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Fähigkeiten erfolgsversprechend ist. Im Rahmen des Seminars „Normale und auffällige Lernprozesse“ soll daher das Tool MoodlePeers eingesetzt werden. Studierende füllen einen Fragebogen aus, der Algorithmus errechnet dann einen Vorschlag für eine möglichst optimale Zusammensetzung in allen Lerngruppen. Die Passung ist dabei in allen Gruppen gleichermaßen gut, sodass zusätzlich faire Ausgangsvoraussetzungen für alle Studierenden hergestellt werden.
Der „Digitale Tag“ und der Wettbewerb „Neue Wege in der Lehre“ sind Kooperationen der Hochschule Mainz, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, des Gutenberg Lehrkollegs und des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz.