drapilux interior textile award 2016

Innen­architektur-Studentinnen für demenzsensible Gestaltung aus­ge­zeichnet

Beim drapilux interior textile award 2016 (DITA) entwarfen Studierende der Fachrichtung Innenarchitektur und Architektur von 16 Hochschule aus ganz Deutschland eine demenzsensible Ausstattung für Pflegeheime.
Die angehenden Innenarchitektinnen Mira Kapral und Elina Kreis von der Hochschule Mainz gehören zu den glücklichen sechs Gewinnerinnen: Sie wurden von der Jury auf Platz 1 gewählt und erhalten ein Preisgeld von 3.000 Euro. Die Preisübergabe fand im »Haus am Stadtpark«, einem Senioren-Pflegeheim in Peine, statt – dort wo die preisgekrönten Entwürfe auch wirklich eingesetzt werden können.

Eine hochkarätige Jury beurteilte die Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz, Kreativität und Innovation der Idee sowie die gestalterische Qualität des Entwurfs. »Die drei ersten Plätze konnten uns letztlich in allen Auswertungskriterien überzeugen«, so Dan Schmitz (Geschäftsführer der Schmitz-Werke). Seine Marke steht für intelligente Materialien, die anders als gewöhnliche Stoffe Brand- und Schallschutzqualitäten aufweisen, Frischluft garantieren oder antibakteriell ausgerüstet sind. »Den Studentinnen ist es in kreativer Weise gelungen, unserem Stoff neue Anwendungsmöglichkeiten zu geben und so etwas ganz Neues, Originelles und Hilfreiches für Pflegeeinrichtungen zu erschaffen.«

Eckdaten

Semester:
Sommersemester 2016

Kurs:
»Neue Produkte und Räume für Menschen mit Demenz«

Betreut von:
Prof. Bernd Benninghoff

Studiengang:
Innenarchitektur

Platz 1: Begleiter – »Wenn der Kopf steht«

Mira Kapral, Elina Kreis

Eines der häufigsten Anzeichen im Verlauf einer Demenzerkrankung ist die Orientierungslosigkeit. Der Patient findet sich in seinem gewohnten Umfeld nicht mehr zurecht und entwickelt einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus. Das Produkt BEGLEITER geht genau auf diese Problemstellung ein und fördert die Selbstständigkeit im Alltag mit Hilfe eines Orientierungskonzepts.

Ein interaktives Lichtleitsystem leitet den Patient nachts durch die Station hin zu einem Gemeinschaftsraum. Somit ist er nicht alleine, wenn er unruhig oder verunsichert aufwacht. Das Licht gibt dem Benutzer einen Anreiz intuitiv der Bewegung zu folgen. Da Menschen mit Demenz häufig eine veränderte Tiefenwahrnehmung haben, erfahren sie die Struktur zusätzlich durch Ertasten der textilen, verformten Oberfläche. Durch die textile Oberfläche des Objekts wird das Licht gestreut und optimiert somit die Anpassung der Augen an die veränderten Lichtverhältnisse.

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