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Globale und regionale Tendenzen verunsichern in ihrer Widersprüchlichkeit das aktuelle Zeitgeschehen. Architekturen und Innenräume veräußern bilaterale Absichten zwischen Komfort, Ökonomiewahn und Atmosphäre. Unsere Häuser werden mit Wärmeverbundsystemen bis zur Unkenntlichkeit ihrer architektonischen Substanz eingepackt. Der Innenraum wird der sinnlichen Qualität der jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und der damit verbundenen natürlichen Erfahrungen beraubt. Es gibt keine Räume mehr, die als Grenzräume die äußeren atmosphärischen Bedingungen der Jahreszeiten auch für den Innenraum erlebbar machen.

Es geht darum die Kommunikation zwischen Außen- und Innenräumen neu zu definieren um die sinnliche Qualität trotz steigender Komfortansprüche zu erhalten. Wir müssen temperatursensible Räume oder architektonische Interfaces zurückzugewinnen und entwickeln so unser Verhältnis zur Natur.

Eckdaten

Semester:
Wintersemester 2014/15    

Betreut von:

Prof. Gerhard Kalhöfer    
Prof. Antje Krauter 
Dipl. Ing. Silvia Quintiliani

Studiengang:
Innenarchitektur

Tenthouse

Lukas Fyrnys

Das Tenthouse ist eine Verbindung von Zelt und Haus, die sich an wetterbedingte Temperaturunterschiede anpasst. Durch flexible Temperaturzonen bleibt dem Bewohner die Entscheidungsfreiheit zwischen warm und kalt erhalten. Das Tenthouse gliedert sich auf in zwei Bereiche: Das eigentliche Gebäude, ein zum Großteil im Boden versenkter Körper in organischer Form, sowie dessen Dachplatte, welche als Zeltebene dient.

Ein Haus schlägt Wurzeln

Annika Wolter

Konzeptionell orientiert sich der Entwurf an der Idee Keller + Dach als Räume mit natürlichen Temperaturkontrasten in den Vordergrund zu rücken und mittels einer sinnvollen Raumorganisation neu zu bespielen. Warme Luft steigt nach oben, kühle Luft fällt ab. Ein kalter Keller – ein warmes Dach. Die Erdoberfläche bildet eine Schnittstelle zwischen drinnen und draußen. In sie wird eingeschnitten und aufgeklappt, sodass die entstehende Schnittlinie Räumlichkeiten oberhalb und unterhalb der Geländeoberkante generiert. Zudem entstehen große Lichtschächte, welche über die Vegetation am Boden die sich im Laufe der Jahreszeiten verändernde Natur ins Erdreich tragen.

Blickwinkel

Julia Misselwitz

Der Grundgedanke des Konzepts beruht darauf, die Landschaft mit dem Lebensraum des Menschen zu verknüpfen, um die Jahreszeiten erlebbar zu machen. Durch unterschiedliche Höhendifferenzen gelingt es verschiedene Blickwinkel auf die umliegende Natur zu ermöglichen und die Wahrnehmung der Bewohner zu schärfen. Die Auslagerung einzelner Nutzungsbereiche konfrontiert die Bewohner täglich mit der Temperatur und dem Wetter. Im Winter wird die reduzierte Wohnfläche durch Kamine geheizt. Die gewobenen Holzpaneele schützen vor Witterung und lassen zeitgleich Licht ins Innere. Die Sicht nach außen wird nicht verhindert. Im Sommer weitet sich die Wohnfläche aus, die Terrassen werden genutzt und durch ein großes Südsegel verschattet.