Perspektive Mainz

HOLZSTRAßE FÜR FLÜCHTLINGE

Perspektive Mainz

Der Standort Holzstraße der Hochschule Mainz wird in absehbarer Zeit aufgegeben. Die momentan in der Innenstadt angesiedelten Studiengänge, Arbeitssäle und Werkstätten werden an den neuen Standort Campus ziehen und das Ensemble »Holzstraße« sucht nach einer neuen Bestimmung.

Die Frage der Bachelor-Thesis im Wintersemester 2015/16 lautete: Wie könnte der Standort Holzstraße zu einem Haus für Flüchtlinge werden? Durch Lage und Größe des Ensembles sollte ein Angebot entworfen werden, das Bewohner und Bürger der Stadt Mainz in gleichem Maße nutzen – das also öffentlich zugänglich ist. Bei der Nutzung und Gestaltung sollten die Notwendigkeiten der Bewohner genauso Berücksichtigung finden wie die ihrer Unterstützer. Darüber hinaus könnten aber auch weitere Player angesiedelt werden, um das Ensemble in der Stadtgesellschaft zu verorten.

Es geht um denkbare, mögliche aber selbstverständlich auch utopische Denkansätze räumlicher Gestaltung im urbanen und interkulturellen Kontext.

Eckdaten

Semester:
Wintersemester 2015/16

Betreut von:
Prof. Andreas Kaiser
Prof. Markus Pretnar

Studiengang:
Innenarchitektur

Rahmenprogramm

Liz Koch

Studierende und Flüchtlinge suchen nach bezahlbarem und attraktivem Wohnraum. Dieser geht oft mit dem Verzicht auf Gemeinschafts- aber auch individuellen Räumen einher. Die bestehende Gebäudestruktur wird mit öffentlichen sowie privaten Räumen belegt. Die strukturelle Einteilung findet dabei Ausdruck in der gestalterischen Umsetzung des »Rahmens«. Der Verweis auf Rahmen, die gefüllt werden sollen, zeigen den Bewohnern Möglichkeiten der gemeinsamen Bespielung auf. Sie lassen Platz für Individualität zu und geben – wo nötig – Strukturen vor.

19/25

Hella Vohrmann

Für den zukünftigen Leerstand an der Holzstraße konzipiert Hella Vohrmann selbstverwaltetes Wohnen für Geflüchtete und Mainzer. Ihr Herzstück ist die Kommunikation. In den aufgereihten »Wohnhäusern« verschmelzen die Treppen zu einer Skulptur. Eingerahmt durch die in Stützen aufgebrochenen Flurwände, entsteht ein raumdefinierendes Element. In der vertikalen Mitte des Gebäudes verbindet ein Steg die Zwischenpodeste auf der gesamten Länge und schafft so Raum für Begegnungen. Die Bewohner haben Sichtkontakt oder gehen gemeinsame Wege.

Hella Vohrmann gewinnt mit ihrer Bachelor-Thesis das Gutenberg-Stipendium 2016.

Schnittstelle

Lisa Nows

Wie entsteht Austausch und Vernetzung? Wie können jugendliche Flüchtlinge dem Wunsch nachkommen, der Stadt etwas zurückzugeben oder ein eigenes Leben aufzubauen? Im Hinblick auf das Thema »urbanes Wohnen« wurde durch integrierte WGs aus Studierenden und Geflüchteten echte Vernetzung gefördert. Das Konzept sieht vor, unter einem Dach zu wohnen und arbeiten zu können, Projekte oder Start Ups zu gründen. Das Foyer als zentrale Schnittstelle ist eine offene Vernetzungszone, die den Austausch unter den Bewohnern und mit der Außenwelt implizit fördert.