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Internationale Exkursionen

Im berufsintegrierenden Master Management ist im 3. Semester eine Exkursion vorgesehen. Die Studierenden verbringen dabei in der Regel eine Woche in einer ausländischen Stadt, meist außerhalb Europas, um die fremde Kultur und die Wirtschaft in einem anderen Kulturkreis näher kennen zu lernen. Auf dem Programm der Exkursion stehen verschiedene Termine bei in- und ausländischen Unternehmen und Organisationen. Nahezu obligatorisch stehen Termine bei der Deutschen Botschaft und der Handelskammer auf dem Plan, die den Exkursionsgruppen einen guten Überblick über die politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten des Landes geben. Die verschiedenen Unternehmenstermine vertiefen den Blick auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten und die Kultur des Landes. Für die Unternehmenstermine bieten sich lokale Unternehmen, aber auch Niederlassungen deutscher oder internationaler Unternehmen an.  Das Programm wird ergänzt durch Vorträge von öffentlichen Institutionen (zum Beispiel GIZ), Vorträge an Partnerhochschulen oder Gespräche mit Expatriates. Nachfolgend sehen Sie beispielhaft den Wochenplan einiger internationaler Exkursionen des Studiengangs.

Viele Unternehmen sind nicht nur regional, sondern zunehmend international tätig. Um auf diese Anforderungen vorbereitet zu sein, sollten Studierende noch vor Abschluss des Hochschulstudiums ihre interkulturellen Kompetenzen stärken.  

Die Exkursion findet in jedem Sommersemester statt und wird in der Regel als Blockwoche vor Beginn der Vorlesungen (im Sommersemester Anfang bis Mitte März) angeboten.  angeboten. Das Reiseziel wird von der Studiengangsleitung festgelegt.  Die Hochschule arbeitet mit einem erfahrenen Reisebüro zusammen, das Zimmerkontingente in einem Hotel der jeweiligen Stadt reserviert. Studierende und Lehrende müssen in der Exkursionswoche im selben Hotel übernachten. Die Hin- und Rückflüge können von den Studierenden selbst oder auch über das mit der Hochschule kooperierenden Reisebüro gebucht werden. Die Kosten für die Exkursion tragen die Studierenden selbst.

In der Regel beginnt die Exkursionswoche offiziell bereits sonntagnachmittags oder sonntagabends. Die Reisegruppe trifft sich dann im gemeinsamen Hotel. Die mitreisenden Professorinnen und Professoren erläutern die genaue Vorgehensweise während der Unternehmenstermine und klären abschließend, welche Studienleistung erbracht werden muss. Die Exkursion endet offiziell nach dem letzten Unternehmenstermin, also meist freitagnachmittags oder freitagabends.

Exkursion nach Buenos Aires

Das Exkursionsziel des dritten Semesters im berufsintegrierenden Master-Studiengang Management war Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Das Land (knapp 45 Millionen Einwohner, etwa achtmal so groß wie Deutschland) hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Argentinien ist reich an Bodenschätzen, hat einen starken Agrarsektor und verfügt über eine diversifizierte Produktionsstruktur. Trotzdem musste das Land immer wieder neue Krisen durchleben und befindet sich auch jetzt wieder in einer Umbruchsphase mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Dezember des letzten Jahres wurde die eher marktwirtschaftlich orientierte Regierung abgewählt; eine neue peronistische Regierung setzt in der Wirtschaftspolitik wieder verstärkt auf staatliche Eingriffe und Regulierung. Zum Zeitpunkt des Regierungswechsels befindet die argentinische Wirtschaft sich in einem Schrumpfungsprozess, die Inflationsrate liegt bei über 50 %, die Arbeitslosigkeit grassiert und die Staatsverschuldung ist kaum noch tragbar. Vor diesem Hintergrund waren die Studierenden vom 3. bis 7. Februar dieses Jahres in Buenos Aires, um durch Besuche bei verschiedenen Institutionen und Unternehmen die Herausforderungen des Landes zu verstehen und insbesondere um zu diskutieren, wie die Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen.

Die Exkursion begann mit einem Besuch der Deutschen Botschaft. Der Gesandte der Botschaft vermittelte einen ersten Eindruck über die Entwicklung des Landes und seine derzeitige Situation. Ein Vertreter des Wissenschaftsrats erörterte das Bildungssystem (auch im Vergleich zu Deutschland). Damit waren wichtige Grundlagen gelegt für die weiteren Besuche. Nach der Botschaft folgte ein Besuch bei der Deutschen Außenhandelskammer. Hier lag der Schwerpunkt des Vortrags auf den wirtschaftlichen Problemen des Landes. Außerdem wurde auch das große Potenzial der argentinischen Wirtschaft und die Rolle der deutschen Unternehmen diskutiert.

Am nächsten Tag waren wir bei Volkswagen zu Gast. VW betreibt in Buenos Aires ein Produktionswerk zur Herstellung des Amarok, ein Pickup. Nach einem einführenden Vortrag konnten wir das Werk besichtigen, das gerade umgerüstet wurde, um eine neue Plattformstrategie im Produktionsbetrieb umzusetzen. Später besuchten wir Festo, einen führenden Hersteller von Steuerungs- und Automatisierungstechnik (vor allem pneumatische Antriebe), die in Argentinien vermarktet werden. Ein besonderer Schwerpunkt des Unternehmens ist das Angebot eines sehr umfangreichen technischen Aus- und Weiterbildungsprogramms. Den Abschluss bildete der Besuch des Showrooms mit einer Vorführung verschiedener Automatisierungsanlagen.

Der Mittwoch begann mit Vorträgen einer ehemaligen Masterstudentin der Hochschule Mainz, die für DAS Environmental Expert arbeitet, und der Geschäftsführerin dieses Unternehmens. DAS ist ein deutsches Mittelstandsunternehmen aus Dresden, das sich auf die Planung von verschiedenen Anlagen zur Abwasserreinigung spezialisiert hat. Dabei wurde klar, dass die Umweltpolitik und insbesondere der Gewässerschutz in Argentinien nicht den gleichen Stellenwert hat wie in Deutschland. Am Nachmittag fand eine sehr spannende Diskussion mit dem Leiter des ARD-Landesstudios und dem Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt. Beide konnten einen sehr tiefen Einblick in die Entwicklung und die Probleme des Landes geben; gleichzeitig aber auch Bezüge zu der Situation in den Nachbarländern (z.B. Chile) herstellen – insgesamt eine sehr interessante Gesprächsrunde mit vielen neuen Perspektiven.

Am folgenden Tag waren wir zu Gast bei der argentinischen Tochtergesellschaft der Knauf-Gruppe, dem Marktführer für Baumaterial mit Produkten für Trockenbau, Putz und Fassaden. Ein großer Produktionsbetrieb befindet sich in der Provinz Mendoza. Nach einer Einführung in den Markt, das Sortiment und die Entwicklung des Unternehmens, hatten wir Gelegenheit mit dem Geschäftsführer verschiedene Fragen zur Marktstrategie, zur Führung des Unternehmens (auch im Hinblick auf die Rolle der Zentrale in Deutschland) und den Umgang mit den wirtschaftlichen Herausforderungen zu führen. Interessant war das Thema Wechselkurs: die formale Rechnungsstellung erfolgt in Pesos, gerechnet wird aber in US-Dollar. In der Regel wird eine Rechnung sofort fällig; bei späterer Zahlung und Veränderungen des Wechselkurses zwischen Peso und Dollar werden zusätzliche Ausgleichsrechnungen erstellt. Am Nachmittag besuchten wir Bosch. Der Leiter des HR-Bereichs gab einen Überblick über die Unternehmensaktivitäten. Bosch ist bereits seit 1925 in Argentinien tätig und hat einen sehr guten Ruf im Markt aufgebaut. Der Schwerpunkt der Diskussion konzentrierte sich auf HR-Fragen. So erfuhren wir z. B. dass die Löhne und Gehälter viermal pro Jahr erhöht werden, um mit der Inflation Schritt zu halten. Wir konnten ebenfalls einen guten Einblick in die verschiedenen Sozialleistungen und die Rolle der Gewerkschaften gewinnen. Anschließend fuhren wir für eine Betriebsbesichtigung zu Bosch Rexroth. Dieser Geschäftsbereich betreibt in der Nähe der Bosch-Zentrale einen großen Service- und Werkstattbetrieb für Pumpen und Hydraulikanlagen.

Am letzten Exkursionstag waren wir bei Sanofi eingeladen; organsiert hatte diesen Besuch ein ehemaliger Absolvent des berufsintegrierenden Master-Studiengangs Management, der als Regional-Controller für Sanofi in Panama arbeitet. Mitglieder des Managementteams von Sanofi hielten mehrere kurze Vorträge zu Sanofi weltweit, zum Gesundheitssystem in Argentinien, zu Sanofi in Argentinien und zum Umgang mit den gegenwärtigen Herausforderungen. Wir waren überrascht über die Komplexität des argentinischen Gesundheitssystems. Bei den Herausforderungen ging es vor allem um die Reduktion des Umlaufvermögens. Zum Abschluss der Exkursion besuchten wir die Zentrale von Grupo Peñaflor. Der Marketingleiter gab einen Überblick über den globalen Weinmarkt, den Weinmarkt in Argentinien und das Unternehmen – Grupo Peñaflor ist der größte argentinische Weinproduzent und -Exporteur. Malbec-Weine aus verschiedenen Regionen dominieren das Sortiment; es sind überwiegend Premium-Weine, die im Vergleich zu den chilenischen Massenweinen im hochpreisigen Marktsegment angesiedelt sind. Der Leiter der Exportabteilung erklärte die Entwicklung in den Exportmärkten, u.a. auch in Deutschland. Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen gab es eine professionelle Weinprobe mit drei verschiedenen Weinen des Unternehmens. Dieser Besuch war sicher ein Highlight und ein gelungener Abschluss für die Exkursion.

Insgesamt konnten wir sehr vielfältige Eindrücke eines Landes in einer großen Umbruchsphase gewinnen. Die argentinischen Gastgeber haben uns immer sehr herzlich und offen empfangen – diese Atmosphäre hat erheblich zu den regen und sehr offenen Diskussionen beigetragen. Eins wurde allen während der Besuche sehr klar: Wer als Führungskraft in Argentinien gearbeitet hat, hat einen besonderen Härtetest absolviert. Führen unter solchen schwierigen Bedingungen erfordert eine sehr hohe Flexibilität und ein großes Improvisationstalent.

„Eine einmalige Möglichkeit ein Land in seiner ganzen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Komplexität zu verstehen.“

„Durch die Exkursion konnten wir ein umfassendes politisches, wirtschaftliches und kulturelles Bild eines südamerikanischen Landes gewinnen. Weder eine Vorlesung, Erzählung oder Literaturstudium hätten dies in Gänze geschafft.“

„Eine Erfahrung, die einen erdet und den eigenen Horizont erweitert. Probleme können durch solche Einblicke mit anderen Augen betrachtet und kreativer gelöst werden. An diese Exkursion werde ich mich noch ein Leben lang erinnern und sowohl beruflich, als auch privat davon profitieren.“

„Die Exkursion hat sehr eindrucksvoll gezeigt: gute Strategien, Prozesse und Produkte reichen nicht in jedem Markt aus, um am Markt zu bestehen. Die politischen und sozioökonomischen Bedingungen sind wichtiger denn je. Es liegt an uns allen, kalkulierbare und sichere Strukturen in Deutschland und Europa langfristig zu erhalten.“

„Die Exkursion nach Argentinien konnte anschaulich die Augen für neue Märkte und relevante Unternehmensstrategien für verschiedene externe Faktoren öffnen. Studierende lernen vor Ort und im Gespräch mit global agierenden Unternehmen, welche Bedeutung politische, wirtschaftliche und kulturelle Einflussfaktoren auf Unternehmensaktivitäten haben. Ein einzigartiges Erlebnis!“

„Die Exkursion nach Buenos Aires war definitiv ein Highlight unseres Studiums. Alle Erwartungen übertreffend haben wir in kürzester Zeit viele Eindrücke aus der argentinischen Wirtschaft und Politik sammeln können. Die Informationen kamen nicht nur aus erster Hand, sondern wurden auch im globalen Kontext, insbesondere verglichen mit Deutschland, gesetzt.“

Bilder: Julia Dietz

Exkursionsplan

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