Die Hochschule Mainz nimmt die aktuellen weltweiten Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit und Sorge wahr. In verschiedenen Regionen verschärfen sich politische und gesellschaftliche Konflikte, deren Auswirkungen weit über nationale Grenzen hinausreichen. Besonders die Lage im Iran erfüllt uns mit tiefer Betroffenheit. Seit Monaten gehen dort viele Menschen aus Verzweiflung über wirtschaftliche Not und politische Unterdrückung auf die Straße. Die Berichte über gewaltsame Repressionen, Massenverhaftungen und den eingeschränkten Zugang zu unabhängigen Informationen lassen kaum Zweifel an der Schwere der Situation aufkommen. Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen sowie insbesondere den Studierenden und Mitarbeitenden unserer Hochschule, die um ihre Familien und Angehörigen im Iran bangen.
Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge weitere Krisenherde, die aktuell die internationale Ordnung herausfordern. Der anhaltende Krieg in der Ukraine führt weiterhin zu großem menschlichem Leid und stellt die Grundprinzipien des Völkerrechts infrage. Auch Entwicklungen rund um Grönland, bei denen geopolitische und wirtschaftliche Interessen zunehmend in den Vordergrund treten, verdeutlichen, wie fragil internationale Stabilität und Kooperation sein können. Diese Konflikte stehen beispielhaft für eine Vielzahl von Krisen, die das Vertrauen in friedliche Lösungen und demokratische Prozesse belasten.
Vor diesem Hintergrund sieht sich die Hochschule Mainz in ihrer Verantwortung bestärkt, sich klar zu den Werten der Demokratie, der Menschenrechte und der Freiheit von Wissenschaft und Lehre zu bekennen. Hochschulen sind Orte des offenen Austauschs, der kritischen Reflexion und der sachlichen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen. Eine demokratische Diskussionskultur, die unterschiedliche Perspektiven respektiert und Diskriminierung keinen Raum lässt, ist dafür eine unverzichtbare Grundlage.
Diese Haltung gewinnt auch mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an Bedeutung. Demokratische Wahlen sind ein zentrales Element unserer freiheitlichen Ordnung und setzen die aktive Beteiligung einer informierten Zivilgesellschaft voraus. Als Hochschule möchten wir dazu beitragen, das Bewusstsein für demokratische Verantwortung zu stärken. Gerade in Zeiten internationaler Krisen bemerken wir: das Vertrauen in demokratische Prozesse und Institutionen ist kein Selbstläufer, sondern bedarf der gemeinsamen Anstrengung aller.