Best Practice Interdisziplinäre Lehre
Sharing is Caring: Wissenschaftskommunikation zwischen Dixi, Schwimmbad und Kaffeeautomat
Projektablauf
Sharing is Caring wurde als vierteilige Workshopreihe zur ortsbezogenen Wissenschaftskommunikation realisiert. Ausgangspunkt war die Frage, wie räumliche Kontexte die Wahrnehmung wissenschaftlicher Inhalte prägen und wie Gestaltung darauf reagieren kann. Zu Beginn analysierten die Studierenden bestehende Formen der Wissenschaftsvermittlung an alltäglichen Orten und reflektierten deren Konventionen. Darauf aufbauend entwickelten sie in Zusammenarbeit mit eingeladenen Illustrator:innen experimentelle Ansätze, um wissenschaftliche Themen in neue räumliche Zusammenhänge zu überführen. Ein Schwerpunkt lag auf der visuellen Übersetzung von Wetterdaten, Messprozessen und urbanen Phänomenen in illustrative und plakative Formate, die außerhalb klassischer Ausstellungsräume funktionierten. Ein weiterer Workshop widmete sich seriellen Spot-Illustrationen, die komplexe Inhalte verdichteten und im öffentlichen Raum getestet wurden. Den Abschluss bildete die Auseinandersetzung mit Mensch-Maschine-Interaktionen, in der spekulative Szenarien zu datenbasierten Alltagsgeräten entwickelt wurden.
Mehrwert durch Interdisziplinarität
Der Mehrwert der Interdisziplinarität lag in der Verbindung unterschiedlicher Denk- und Arbeitsweisen. Durch das Zusammenspiel von Kommunikationsdesign, Illustration und Wissenschaftskommunikation trafen gestalterische Methoden auf wissenschaftliche Inhalte. Visuelle Strategien wie Storytelling, Metaphern und experimentelle Illustration eröffneten neue Zugänge zu komplexen Themen. Gleichzeitig gaben wissenschaftliche Kontexte der Gestaltung inhaltliche Tiefe und Relevanz. Der Austausch förderte Übersetzungen zwischen Fachsprachen und führte zu zugänglichen, dialogischen und kontextsensitiven Kommunikationsformaten.
Ausblick
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse münden in eine Publikation, die Methoden und Ergebnisse dokumentiert. Zudem wird das Thema in einem weiteren Masterprojekt vertieft, um ortsbezogene Wissenschaftskommunikation weiterzuentwickeln und neue experimentelle Formate zu erproben.
Sharing is Caring untersuchte, wie Orte die Informationsaufnahme prägten und wie sie durch Design transformiert werden konnten. In Workshops, die Illustration und Wissenschaftskommunikation verbanden, wurden wissenschaftliche Inhalte aus dem klassischen Lehrraum gelöst. Ungewöhnliche Lern- und Lehrorte wie Wartezimmer, Schwimmbäder oder Ausflugsschiffe förderten neue Zugänge, hinterfragten Konventionen und stärkten die aktive Interaktion mit Wissenschaft sowie neue Perspektiven auf Wissen.