Bunt, stimmungsvoll und mit einer klaren Botschaft rollte der Fastnachtswagen der Hochschule Mainz „Helau Love“ am Rosenmontag durch die Straßen der Mainzer Innenstadt und reihte sich in den traditionellen Rosenmontagszug ein. Zwischen Konfetti, Musik und jubelnden Zuschauerinnen und Zuschauern setzte die Hochschule damit nicht nur ein farbenfrohes Zeichen im närrischen Treiben, sondern auch ein bewusstes Statement für Toleranz, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Das interdisziplinäre Projekt wurde von Studierende der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Kommunikationsdesign, Betriebswirtschaftslehre und Digital Media konzipiert und gebaut. Damit nahm die Hochschule Mainz zum dritten Mal in Folge am Mainzer Rosenmontagszug teil.
Mitmachen statt Zuschauen
Anders als klassische Fastnachtswagen setzte „Helau Love“ auf direkte Partizipation: Die Studierenden, die den Wagen aus eigener Kraft antrieben und zu Fuß begleiteten, animierten die Zuschauenden zum Mitmachen – Herzen formen, gemeinsam Helau rufen, Freude verbreiten. Eine Kamera fing die spontanen Liebesbekundungen des Publikums ein und spielte sie in Echtzeit auf dem Wagen ab.
„Die Vorgängerprojekte haben bereits interaktive Elemente integriert und die Werte der Hochschule transportiert. Mit Helau Love gehen wir noch einen Schritt weiter, denn die Grenze zwischen uns und dem Publikum als Akteur löst sich auf, und steht so symbolisch auch für Zusammenhalt“, erklärt Helin Kismetli, die im Quartett mit Josi Strobel, Alexandra Büchner und Ben Hoffstedde die studentische Projektleitung innehat.
Interdisziplinäre Teamarbeit: Von der Konzeption bis zur Umsetzung
Das Projekt „Helau Love“ vereint erneut alle drei Fachbereiche der Hochschule Mainz – Gestaltung, Technik und Wirtschaft: Von der Konzeptentwicklung über die Konstruktion und das Design bis hin zur Kommunikationsstrategie und zum Projektmanagement arbeiteten die Studierenden fachübergreifend zusammen.
Begleitet wurden sie von Prof. Dr. Bernhard Ostheimer (Fachbereich Wirtschaft), Prof. Thomas Mrokon (Fachbereich Technik) und Modellbauwerkstattleiter Mathias Ewald (Fachbereich Gestaltung).
Praxisnahe Wissenschaft im lokalen Kontext
„Das Projekt ist mehr als ein kreatives Fastnachtsvorhaben – es ist gelebte angewandte Wissenschaft und steht exemplarisch für den Anspruch der Hochschule Mainz als ,University of Applied Sciences´. Studierende bringen hier das Wissen aus bereits absolvierten Semestern und Modulen praktisch zur Anwendung: beim technischen Umbau des Zugfahrrads, bei der Programmierung der Website, bei der Integration der Videokamera in die visuelle Gestaltung oder beim Konzept und der gestalterischen Umsetzung der Kostüme“, sagt Prof. Dr. Bernhard Ostheimer.
Nach Projektabschluss erscheint ein ausführlicher Projektbericht, der die praktische Arbeit reflektiert – auch dies unterstreicht den akademischen Anspruch des Vorhabens.
Liebe als gesellschaftliche Botschaft
Fünf studentische Konzepte wurden durch eine hochschulinterne Jury bewertet, bestehend aus Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Susanne Weissman, Hochschulkanzler Jens Egler, Patrik Henkel vom Mainzer Carneval-Verein (MCV) sowie den betreuenden Professoren. Gemeinsam mit den Studierenden wurde „Helau Love“ aus fünf Vorschlägen ausgewählt.
Der Titel ist bewusst gewählt: In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, politischer Spannungen und wachsender Intoleranz in Deutschland, Europa und der Welt soll der Wagen eine klare Botschaft aussenden: Liebe verbindet – über Grenzen, Herkünfte und Meinungen hinweg.