Als Teil des Gemeinschaftsstandes „Forschung und Innovation“ des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit (MWG) Rheinland-Pfalz präsentierte sich das i3mainz vom 20. bis 24. April mit einem Projekt aus dem KI-Labor gemeinsam mit TOPML („Trading Off Non-functional Properties of Machine Learning“) der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) auf der Hannover Messe 2026.
Der Gemeinschaftsstand des Landes RLP, Foto: Julian Stockemer, CC BY-SA 4.0
Digitale Tatortanalyse mit KI und Virtual Reality
Für das i3mainz war Julian Stockemer vor Ort. Er stellte sein Konzept einer sprachbasierten Interaktion und räumlichen Kontextualisierung in der digitalen Tatortanalyse vor. Die Herausforderung besteht darin, dass moderne Tatortrekonstruktionen große Mengen heterogener und sensibler Daten erzeugen, die häufig nur eingeschränkt miteinander verknüpft werden können und nicht an externe KI-Systeme übertragen werden dürfen. Stockemer stellte seinen prototypischen Ansatz einer multimodalen VR-Anwendung zur Tatortanalyse vor. Durch die Verbindung räumlicher und semantischer Informationen entsteht ein digitaler Zwilling des Tatorts, der natürliche Interaktionen über Sprache und Blickrichtung ermöglicht. Gleichzeitig soll der Ansatz Transparenz im Analyseprozess schaffen und die effiziente Auswertung komplexer Daten unterstützen.
KI-Sprachmodelle und Gender Bias
Mit dem Exponat „LLMs können jetzt zuhören: Und produzieren Stereotype anhand der Stimme“ stellten Xenia Heilmann und Kirsten Köbschall von der JGU aktuelle Forschungsergebnisse zu audiofähigen Sprachmodellen vor. Die Forschenden konnten zeigen, dass Modelle aus Stimmmerkmalen Eigenschaften wie das Geschlecht der sprechenden Person ableiten und darauf basierend stereotype Antworten erzeugen. Die Ergebnisse verdeutlichen einen Zielkonflikt zwischen Effizienz und Fairness: Je präziser ein Modell Geschlecht erkennt, desto stärker können sich geschlechtsspezifische Vorurteile in den generierten Antworten manifestieren.
TOPML und das KI-Labor
In TOPML werden zentrale Eigenschaften von Machine-Learning-Systemen wie Transparenz, Fairness, Datenschutz und Ressourceneffizienz untersucht. Ziel des Projekts ist es, Wechselwirkungen und Zielkonflikte zwischen diesen Eigenschaften sichtbar zu machen und Lösungen zu entwickeln, die ethische sowie rechtliche Anforderungen berücksichtigen.
Mit dem KI-Labor verfolgt das i3mainz das Ziel, Forschungsergebnisse in die industrielle Praxis zu transferieren. Mit der Präsentation auf der Hannover Messe 2026 zeigten die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Hochschule Mainz, wie wichtig die Forschung zu verantwortungsvoller und anwendungsorientierter Künstlicher Intelligenz ist.
