Die Hochschule Mainz ist als „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet worden. Wissenschaftsminister Clemens Hoch überreichte die Plakette im Rahmen des Arbeitstreffens des Vereins Familie in der Hochschule e.V. an Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Katharina Dahm. Die Auszeichnung würdigt das Gleichstellungskonzept, mit dem sich die Hochschule erfolgreich am Professorinnenprogramm 2030 von Bund und Ländern beteiligt hat. Die Hochschule Mainz ist die einzige Hochschule in Rheinland-Pfalz unter den ausgezeichneten Einrichtungen.
„Die Auszeichnung bestätigt unseren Anspruch, Gleichstellung als festen Bestandteil der Hochschulentwicklung zu verankern. Gleichstellung verstehen wir dabei umfassend: Es geht nicht nur um Geschlechtergerechtigkeit, sondern um gleiche Chancen für alle Menschen – unabhängig von ihren persönlichen Lebensumständen. Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Teilhabe ermöglichen, Vielfalt fördern und Potenziale zur Entfaltung bringen“, sagte Prof. Dr. Katharina Dahm, Präsidentin der Hochschule Mainz.
Gleichstellung als Teil einer modernen Hochschulkultur
Mit ihrem Konzept verfolgt die Hochschule Mainz das Ziel, gleiche Chancen für alle Hochschulangehörigen zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Frauen in der Wissenschaft, eine familienfreundliche Studien- und Arbeitsumgebung sowie eine Hochschulkultur, die auf Respekt und Teilhabe setzt.
Bereits heute unterstützt die Hochschule Mainz Studierende und Beschäftigte mit Angeboten wie Kinderbetreuung, finanziellen Hilfen für Studierende mit Kind, flexiblen Arbeitszeiten und Beratungsangeboten für pflegende Angehörige. Diese familienfreundlichen Maßnahmen bilden einen wichtigen Baustein der Gleichstellungsarbeit an der Hochschule.
„Bisher wurden bundesweit insgesamt 39 von 192 Hochschulen mit dem Prädikat ‚Gleichstellungsstarke Hochschule‘ ausgezeichnet. Die Hochschule Mainz gehört zu diesem ausgewählten Kreis und ist bislang die erste und einzige in Rheinland-Pfalz, die diese Auszeichnung erhalten hat. Dies unterstreicht eindrucksvoll das große Engagement der Hochschule für Chancengleichheit und zeigt, dass sie in der Gleichstellungsarbeit auf einem sehr erfolgreichen Weg ist. Es freut mich, heute gemeinsam mit allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, diesen besonderen Moment zu feiern“, sagt Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Ihm sei es wichtig, dass Frauen und Männer an den Hochschulen die gleichen Chancen beim Lehren und Lernen hätten. Besonders in höheren wissenschaftlichen Positionen seien Frauen noch immer unterrepräsentiert. Das Professorinnenprogramm ergänze die Bemühungen der Landesregierung, indem es gezielt Frauen auf Professuren fördere und die Gleichstellungsstrukturen an den Hochschulen weiter stärken würde.
Unterstützung für Frauen auf dem Weg in Wissenschaft und Lehre
Ein wichtiger Bestandteil des Gleichstellungskonzepts sind neue und bestehende Angebote für Frauen in wissenschaftlichen Karrierewegen. Dazu gehören Mentoringprogramme, Stipendien, der Aufbau eines Netzwerks für Promovendinnen sowie Veranstaltungen rund um den Beruf der Professorin. Darüber hinaus sollen Berufungsverfahren noch stärker auf Chancengleichheit ausgerichtet werden.
Neu ist dabei die enge Verbindung von Nachwuchsförderung, Familienfreundlichkeit und nachhaltiger Hochschulentwicklung. Das Konzept betrachtet Gleichstellung nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Aufgabe für die gesamte Hochschule. Geplant sind unter anderem zusätzliche Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige, die stärkere Verankerung von Geschlechterfragen in Forschung und Lehre sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung.
„Unser Konzept verbindet konkrete Unterstützungsangebote im Hochschulalltag mit strukturellen Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit. Damit schaffen wir Rahmenbedingungen, die individuelle Potenziale fördern und vielfältige Lebensrealitäten berücksichtigen“, sagte die Stellvertretende Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Mainz, Mona Takow.
Auszeichnung mit Signalwirkung
Die Verleihung fand im Rahmen des Arbeitstreffens des Vereins Familie in der Hochschule e.V. statt. Der Verein setzt sich dafür ein, Studium, Beruf und Familienaufgaben besser miteinander vereinbar zu machen. Ihm gehören derzeit 161 Hochschulen und hochschulnahe Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an.
Die Auszeichnung zeigt, dass Hochschulen einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, mehr Menschen den Zugang zu wissenschaftlichen Karrieren zu ermöglichen. Besonders an dem Mainzer Konzept ist die Verbindung von Gleichstellung, Familienfreundlichkeit und nachhaltiger Hochschulentwicklung.
Viele der geplanten Maßnahmen lassen sich unmittelbar im Hochschulalltag umsetzen und können langfristig dazu beitragen, Hindernisse abzubauen und die Vielfalt in Wissenschaft und Lehre zu stärken. Die Hochschule Mainz versteht die Auszeichnung als Auftrag, die begonnenen Maßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Wirkung regelmäßig zu überprüfen.