Sarah Schütz wurde am 18. Juni 2026 mit dem zweiten Preis des Hochschulrats 2026 ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch, Sarah, zu dieser tollen Auszeichnung.
In ihrer Masterarbeit mit dem Titel Validierung und prototypische Implementierung der europäischen Spezifikation Configuration - Logical Concept zur Konfiguration von Eisenbahnanlagen überträgt die Absolventin einen theoretischen Standard für Einzelgeräte in ein skalierbares Konzept für die sichere, automatisierte und parallele Konfiguration ganzer Bahninfrastrukturen. Sie trägt so zur Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Zukunftsfähigkeit moderner Bahnsysteme bei.
„Sarah Schütz zeichnet sich durch ein außergewöhnliches wissenschaftliches Engagement aus und verbindet analytische Schärfe, strukturiertes Vorgehen und kreative Lösungsfähigkeit mit einem ausgeprägten ingenieurmäßigen Systemverständnis“, so Prof. Dr. Karl-Albrecht Klinge, der die Masterarbeit betreute. „Sie stellt mit ihrer Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe und zukunftsweisende Lösungen zu überführen, eine außergewöhnliche Bereicherung für wissenschaftliche und ingenieurtechnische Vorhaben dar.“
Die Bahntechnik wird zunehmend digital und softwaregesteuert. Dadurch entstehen komplexe Abhängigkeiten zwischen vielen vernetzten Geräten. Ein europäischer Standard regelt bereits, wie einzelne Feldgeräte einheitlich beschrieben und konfiguriert werden können. Er reicht jedoch nicht aus, um ganze Stellwerksanlagen mit vielen voneinander abhängigen Geräten koordiniert zu konfigurieren.
Hier setzte Sarah Schütz in ihrer Masterarbeit an und entwickelte einen Prototypen, der die Einzelgeräte-Konfiguration um ein übergeordnetes Modell erweitert. Zentrales Werkzeug sind Abhängigkeitsbäume. Sie zeigen, welche Geräte und Konfigurationsschritte voneinander abhängen. Dadurch kann automatisch bestimmt werden, welche Änderungen nacheinander erfolgen müssen und welche parallel möglich sind.
Am Beispiel einer Weiche wird deutlich, dass eine Änderung nicht nur das einzelne Gerät betrifft, sondern auch Signale, Gleisfreimeldeanlagen und Steuerungseinheiten. Der Prototyp berücksichtigt solche Zusammenhänge und koordiniert die Konfigurationsprozesse entsprechend.
Der Preis des Hochschulrats, der in den Räumen der Volksbank Darmstadt Mainz verliehen wurde, wird jährliche an herausragende Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Mainz verliehen. Er würdigt hervorragende Studienleistungen, aber auch allgemeines soziales und hochschulpolitisches Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger. Dotiert ist der Preis mit 5.000,00 Euro für den 1. Platz, 3.000,00 Euro für den 2. Platz und 2.000,00 Euro für den 3. Platz.