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Mainzer De­mo­kra­tie­küche in Frankfurt

Studierendenprojekt der Hochschule Mainz beim World Design Campus

Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Mit dieser Frage haben sich Studierende des Masterstudiengangs Kommunikation im Raum der Hochschule Mainz auseinandergesetzt. Im Rahmen des World Design Campus (WDC) in Frankfurt entwickelten und realisierten sie eine begehbare Wohnskulptur, die neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens erforscht und erlebbar macht. Die „Mainzer Demokratieküche“ wird zwischen dem 3. und 5. Juli 2026 beim WDC Campus Festival (Am Schaumainkai 17) ausgestellt.

Das Projekt beschäftigt sich mit demokratischem Zusammenleben, gesellschaftlicher Teilhabe sowie generationenübergreifendem und interkulturellem Wohnen. Die Wohnskulptur versteht sich als räumliches Experiment, das dazu einlädt, bestehende Wohnmodelle zu hinterfragen und neue Formen des Zusammenlebens zu erproben. 

Im Zentrum des Entwurfs steht die Idee, gewohnte Raumzuordnungen aufzubrechen. Funktionen sind nicht länger an feste Orte gebunden: Werkzeuge, Materialien und Gegenstände werden modular organisiert und können flexibel dort genutzt werden, wo sie gerade gebraucht werden. Ob Kochen, Arbeiten, Reparieren, Spielen oder Pflegen – die Tätigkeiten stehen im Vordergrund, nicht die Räume. So entsteht ein Wohnmodell, das sich an den Bedürfnissen seiner Nutzer orientiert und sich durch deren Handlungen kontinuierlich weiterentwickelt.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Konzepts ist ein sichtbar gemachter Stoffkreislauf. Die Wohnskulptur integriert Anbau, Ernte, Verarbeitung und Konsum von Lebensmitteln in den gemeinsamen Alltag. Pflanzen werden direkt im System kultiviert und genutzt, während ein integriertes Kompostsystem organische Abfälle wieder in den Kreislauf zurückführt. Produktion, Versorgung und Wiederverwertung werden dadurch für alle Bewohner unmittelbar erfahrbar. 

Die Installation macht sichtbar, wie eng individuelles Handeln und gemeinschaftliches Leben miteinander verbunden sind. Gemeinschaft entsteht hier nicht als Zusatzangebot, sondern als räumliche Voraussetzung. Wer etwas bewegt, benötigt Unterstützung; wer sich zurückzieht, schafft Raum für andere. Auf diese Weise werden soziale Abhängigkeiten nicht verborgen, sondern bewusst gestaltet.

Mit ihrem Beitrag zum World Design Campus möchten die Studierenden einen Diskussionsraum eröffnen und Impulse für eine nachhaltige, inklusive und demokratische Wohnkultur geben.