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MINOS auf Transport Research Arena

Julian Stockemer, Peeranut Noonurak und Sarah Schütz (v.l.n.r.) auf der TRA in Budapest

Auf der TRA 2026 in Budapest stellte das Team des Projekts MINOS seine Forschungsergebnisse vor

Vom 18. bis 21. Mai präsentierte das MINOS-Team auf der Transport Research Arena 2026 (TRA 2026) in Budapest seine aktuellen Forschungsergebnisse zur Vorhersage von Öffnungs- und Schließzeiten an Bahnübergängen. Ziel des Projekts ist es, Prognosedaten so bereitzustellen, dass sie in Anwendungen für Einsatzkräfte, Mobilitätsplattformen und weitere digitale Dienste integriert werden können. Die internationale Konferenz stand unter dem Motto „Re-Generation in Transport“ und brachte Akteur:innen aus Wissenschaft, Industrie, Start-ups, Infrastrukturbetrieb und Politik zusammen. Im Mittelpunkt standen europäische Lösungen und regulatorische Fragen für alle Verkehrsträger – von Straße, Schiene, Wasserwegen und Luftfahrt bis hin zu Rad- und Fußverkehr.

Julian Stockemer adressiert mit seinem Poster ein konkretes Problem aus dem Feuerwehreinsatz: Geschlossene Bahnübergänge können Stress verursachen und Einsatzfahrten verzögern, wenn Echtzeit- und Vorhersagedaten für die Routenplanung fehlen. Vorgestellt wurde eine mobile App mit minimalistischem Design, die auf den Einsatzfall der Feuerwehr zugeschnitten ist. Sie zeigt mithilfe der MINOS-Prognosen den voraussichtlichen Status von Bahnübergängen zum erwarteten Ankunftszeitpunkt der Feuerwehr an und unterstützt so deren Entscheidung im Einsatz.

Peeranut Noonurak präsentierte ein Poster zur Integration der MINOS-Prognosen in die nationale Mobilitätsplattform Mobilithek. Dadurch können Vorhersagedaten zu Bahnübergangsschließungen für Drittanbieter wie Routingdienste oder Behörden verfügbar gemacht werden. Der Beitrag zeigte, wie hochfrequente Echtzeitdaten von bis zu 12.400 Bahnübergängen pro Zyklus in das europäische Standardformat DATEX II v3 überführt und performant an die Mobilithek übertragen werden. Das System läuft mit nahezu 100 Prozent Erfolgsrate und einem stabilen Ressourcenverbrauch. Diese Werte wurden über einen Beobachtungszeitraum von 15 Tagen validiert.

Sarah Schütz stellte mit ihrem Poster die im Projekt MINOS entwickelte Softwarearchitektur und die eingesetzten Technologien vor, mit denen deutschlandweite Live-Prognosen für Bahnübergänge ermöglicht werden. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, hochfrequente Live-Daten wie Zugmeldungen, kurzfristige Fahrpläne und Fahrplanänderungen zu verarbeiten und daraus neue Prognosen auf Basis der Eisenbahn-Topologie zu berechnen. Das Poster zeigte die Modularisierung der Software und ihre zentralen Aufgaben: Dateninput, Verarbeitung und Umwandlung eingehender Daten, Prognosealgorithmus sowie die Bereitstellung der Ergebnisse auf der Mobilithek und in der mobilen App.

Mit den drei Postern zeigte das MINOS-Team, wie technische Forschung, standardisierte Datenbereitstellung und anwendungsorientiertes Design ineinandergreifen. Die Präsentationen machten deutlich, welchen Beitrag digitale Prognosedaten zu sichereren und effizienteren Entscheidungen im Verkehr leisten können – insbesondere dort, wo geschlossene Bahnübergänge zeitkritische Wege beeinflussen.