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WiMa 2026: Ver­mes­sung, KI, VR und 3D

Das Team des i3mainz auf dem WiMa 2026, Foto: Nicole Bruhn, CC BY-SA 4.0

Drei Tage lang zeigten i3mainz und Fachrichtung AIGeo auf dem Mainzer Wissenschaftsmarkt, wie vielfältig Vermessung und digitale Methoden eingesetzt werden können.

Ein wunderbarer, gut besuchter 24. Mainzer Wissenschaftsmarkt auf dem Platz der Mainzer Republik liegt hinter uns. Vom 11.-13. September 2026 haben Fachrichtung AIGeo und i3mainz mit einem prall gefüllten Programm gezeigt, was es heißen kann, Geoinformatik und Vermessung zu studieren und dabei die Forschung am i3mainz zu unterstützen.

WiMa für Schulen

Mit einem Messparcours auf der Wiese hinter den Zelten haben Mitarbeitende und Professoren der Fachrichtung am Freitag Vormittag sechs Schulgruppen empfangen. Die Schülerinnen und Schüler sollten etwa den perfekten Kreis ablaufen. Anschließend konnten sie auf dem Bildschirm den Verlauf ihrer Schritte nachvollziehen, welche vom Tachymeter gemessen worden war. Andere sollten die Koordinaten von neun Punkten mithilfe von GNSS, dem Globalen Navigationssatellitensystem finden und markieren. Nach getaner Arbeit erkannten sie, dass sie das Logo der Hochschule Mainz nachgebildet hatten.

 Severin Brochhagen erklärt den Schülern eine Übung 

KI trifft Stadtklima

Wie hängen objektive Umweltdaten und subjektives Wohlbefinden zusammen? Das konnten die Besucherinnen und Besucher des Wissenschaftsmarktes am Wochenende auf dem Stand des i3mainz erfahren. Mithilfe einer Virtual-Reality-Simulation bewegten sie sich durch ein detailliertes 3D-Modell der Mainzer Innenstadt. 

 

 

Severin Brochhagen erklärt Minister Clemens Hoch und OB Nino Haase das PACE Projekt 

Über Mikrofon konnten sie Feedback zu der digital erlebten Umgebung geben. Ein intelligentes Sprachmodell (LLM) wertete ihre Aussagen in Echtzeit aus und verknüpfte sie mit Blickrichtung und Position. Die so geäußerten persönlichen Eindrücke und Wünsche wurden dadurch mit echten Messwerten wie Feinstaub, Lärm und Mikroklima abgeglichen und gespeichert. Die Interviews leisten einen Beitrag zu dem PACE Projekt von Severin Brochhagen.

  

Altes Glas trifft moderne Technik

Rüsselbecher sind eine seltene frühmittelalterliche Glasform. Ihr komplexer Aufbau mit Hinterschneidungen und hohlen „Rüsseln“ ebenso wie das Material Glas stellen hohe Anforderungen an die digitale Erfassung. Mitarbeitende des Landesmuseums Mainz und des i3mainz näherten sich dem Thema mit verschiedenen Methoden: Für die hochgenaue Vermessung kam der Streifenlichtscanner zum Einsatz. Bei transparenten Materialien, wie Glas, durchdringt das Licht allerdings die Oberfläche, wird gebrochen oder gespiegelt. Dadurch kann das Messsystem die projizierten Streifen oft nicht eindeutig der Oberfläche zuordnen. Um die äußere Form dennoch präzise zu erfassen, wurde das Glasobjekt mit einem temporären Mattierungsspray besprüht. Er macht die Oberfläche für das Messgerät sichtbar und reduziert Transparenz- und Spiegeleffekte. Aus dem so gewonnenen 3D-Modell konnte ein maßstäblicher 3D-Druck des Gefäßes erzeugt werden.

 Minister Clemens Hoch informiert sich über das Projekt !Altes Glas trifft moderne Technik"

Zusätzlich wurde das Objekt aus zahlreichen Richtungen fotografiert, um mithilfe von 3D Gaussian Splatting (3DGS) ein interaktiv betrachtbares Modell zu erzeugen. Das Verfahren gibt Transparenz, Glanz und Spiegelungen sehr gut wieder und bewahrt so den visuellen Eindruck des Originals. Das realistisch wirkende Modell ist jedoch keine exakte Vermessung.

Marksburg in 3D

Auch in diesem Jahr konnten die Gäste des WiMa das 3D-Modell der Marksburg in Braubach mit der VR-Brille erkunden. Allerdings mussten sie das Bauwerk zunächst in einer Visualisierung der Hochschule Mainz, in deren Aula die Burg virtuell aufgestellt war, suchen.

Ein großer 3D-Druck der Marksburg lud aber auch zu einer haptischen Erkundung und Betrachtung des historischen Bauwerks ein. Grundlage dafür bildete die im Rahmen der Masterarbeit von Sarah Hillen mit Hilfe eines Laserscanners im letzten Jahr gewonnene Punktwolke der Burg.

mainzed - Vielfalt vereinen

Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften - mainzed – lud am Samstag Nachmittag zu einem Kennenlern-Treffen mit Aktiven des Fediverse, einem dezentral organisierten Verbund miteinander vernetzter sozialer Plattformen, ein.

Am Sonntag konnten die Mainzerinnen und Mainzer das weit gespannte und tief in der Mainzer Forschungslandschaft verankerte Netzwerk der digitalen Geistes- und Kulturwissenschaften in Mainz kennen lernen, auch mithilfe des mainzed-Quiz, bei dem es attraktive themenbezogene Preise zu gewinnen gab.

Ein großes Dankeschön geht auch in diesem Jahr an die Mainzer Wissenschaftsallianz, insbesondere an Tanja Labs und Susanne Egler, für die tolle Organisation und an unser super motiviertes Team von i3mainz und Fachrichtung!

 Fotos: Nicole Bruhn, CC BY-SA 4.0