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DIGITAL URBAN HISTORY LAB eröffnet

Digitales Forschungslabor zur historischen Stadtentwicklung zeigt die mittelalterlichen Städte Mainz, Worms und Speyer

Im Landesmuseum Mainz ist am 13. September ein hybrides Labor zur historischen Stadtentwicklung eröffnet worden, in dem digitale 3D-Rekonstruktionen, analoge 3D-Modelle der Städte und interaktive Zugänge per Touchscreen einem breiten Publikum das Eintauchen in die Entwicklung mittelalterlicher Städte ermöglichen. Das Labor wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Architekturinstitut der Hochschule Mainz (AI MAINZ) und der Fachrichtung Mediendesign – Fachbereich Gestaltung mit finanzieller Unterstützung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Sparkasse Rhein-Nahe und J. Molitor Immobilien GmbH realisiert.

„Die Dokumentation des kulturellen Erbes ist ein wichtiger Bestandteil unseres Forschungsprofils. Wir freuen uns deshalb ganz besonders, dass wir mit diesem interdisziplinären Projekt unsere Kompetenzen in die Stadtgesellschaft einbringen und einen innovativen Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Themen leisten können“, so Prof. Dr. Susanne Weissman, Präsidentin der Hochschule Mainz, bei der Eröffnung.

In dem digitalen Forschungslabor können Besucherinnen und Besucher künftig die historische Stadtentwicklung am Beispiel der Städte Mainz, Worms und Speyer in den Zeitphasen um
800 und um 1250 n. Chr. nacherleben. Bei der Erstellung der Stadtmodelle wurden die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen, Erkenntnisse der Baudenkmalpflege und der Bauforschung, Schrift- und Bildquellen sowie alte Stadtpläne berücksichtigt.

„Die digitale 3D-Rekonstruktion als Forschungsmethode zur historischen Stadtforschung bietet die Möglichkeit, den Wissensstand zu erfassen und eine hypothetische Visualisierung vergangener Stadträume und Bauwerke vorzuschlagen“, so Prof. Dr.-Ing. Piotr Kuroczynski. Als Professor für angewandte Informatik und Visualisierung im Bauwesen und Leiter des AI MAINZ hat er bei der Erstellung der digitalen Stadtmodelle und beim Aufbau des Forschungslabors eng mit Prof. Olaf Hirschberg von der Fachrichtung Mediendesign der Hochschule Mainz zusammengearbeitet. „Es war für uns alle eine faszinierende Reise in die Vergangenheit, die wir uns sowohl mit klassischen als auch partizipativen Methoden erschlossen haben, um möglichst vielen interessierten Menschen einen lebendigen Zugang in die Entwicklung mittelalterlicher Städte zu ermöglichen“, erklärt Prof. Olaf Hirschberg.

Das digitale 3D-Modell ermöglicht vielfältige Zugänge zum kulturellen Erbe. Neben den reinen Filmanimationen oder der Verknüpfung zur MainzApp mit Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen wurden die digitalen Datensätze über 3D-Drucker auch wieder re-materialisiert. Dank interaktiver Projektionen können unterschiedliche Inhalte, wie der Bezug zum heutigen Mainz, die Hervorhebung von Objekten oder die Topografie, anschaulich dargestellt werden.
 

Pressemitteilung Landesmuseum Mainz 14.09.2021

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