Herausragende Studienleistungen standen am 18. Juni 2026 im Mittelpunkt einer Feierstunde in der Volksbank Darmstadt Mainz: Prof. Dr. Katharina Dahm, Präsidentin der Hochschule Mainz, und Prof. Dr. Michael Maskos, Vorsitzender des Hochschulrats, überreichten den Preis des Hochschulrats an drei Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Mainz. Die von der Volksbank Darmstadt Mainz geförderte Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.
„Die drei ausgezeichneten Arbeiten zeigen, was typisch ist für die Hochschule Mainz: Sie beschäftigen sich mit wichtigen Fragen unserer Zeit und entwickeln Ideen, die auch in der Praxis weiterhelfen – etwa bei Nachhaltigkeit, Digitalisierung bis hin zu Selbstbestimmung. Drei starke Leistungen, die besondere Anerkennung verdienen und zeigen, welche Impulse von unserer Hochschule ausgehen können“, betonte Prof. Katharina Dahm bei der Preisverleihung.
- 1. Preis dotiert mit 5000 Euro für Lina Abu Yousef, Fachrichtung Bau und Umwelt am Fachbereich Technik, für ihre Bachelorarbeit „Berechnungstool für Energieeffizienz der Gebäudeautomation“
Betreuung: Prof. Thomas Giel
- 2. Preis dotiert mit 3000 Euro für Sarah Schütz, Fachrichtung Angewandte Informatik und Geodäsie am Fachbereich Technik für ihre Masterarbeit „Validierung und prototypische Implementierung der europäischen Spezifikation ‚Configuration – Logical Concept' zur Konfiguration von Eisenbahnanlagen“
Betreuung: Prof. Dr. Karl-Albrecht Klinge
- 3. Preis dotiert mit 2000 Euro für Thomas Range, Fachrichtung Zeitbasierte Medien am Fachbereich Gestaltung für sein Masterprojekt „Paper Parts”
Betreuung: Prof. Julia Kühne
Die einzelnen Arbeiten im Überblick:
„Berechnungstool für Energieeffizienz der Gebäudeautomation“ von Lina Abu Yousef
Wie lässt sich der Energieverbrauch von Gebäuden durch intelligente Steuerung und Automatisierung senken? Mit dieser Frage beschäftigt sich Lina Abu Yousef in ihrer Bachelorarbeit. Im Rahmen der Arbeit entwickelte sie ein praxisorientiertes Werkzeug, das den Automatisierungsgrad eines Gebäudes bewertet, Optimierungsmöglichkeiten sichtbar macht und mögliche Energie- sowie Kosteneinsparungen berechnet. Die Grundlage bilden unter anderem aktuelle Normen und gesetzliche Anforderungen.
Das Tool ermöglicht es, verschiedene Szenarien der Gebäudeautomation frühzeitig in der Planung zu vergleichen und Einsparpotenziale transparent darzustellen. In einem Praxisbeispiel konnten durch eine optimierte Gebäudeautomation Energieeinsparungen von rund 15 bis 20 Prozent aufgezeigt werden. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag dazu, bislang häufig ungenutzte Potenziale im Gebäudesektor für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz nutzbar zu machen.
„Validierung und prototypische Implementierung der europäischen Spezifikation ‚Configuration – Logical Concept' zur Konfiguration von Eisenbahnanlagen“ von Sarah Schütz
Die zunehmende Digitalisierung der Bahninfrastruktur stellt neue Anforderungen an die Planung, Wartung und Konfiguration komplexer technischer Systeme. In ihrer Masterarbeit untersucht Sarah Schütz, wie sich standardisierte und automatisierte Prozesse für die Konfiguration moderner Eisenbahnsysteme umsetzen lassen.
Dazu entwickelte sie einen funktionsfähigen Softwareprototyp, der die zentrale Konfiguration von Eisenbahnelementen ermöglicht und dabei europäische Standards für die digitale Bahntechnik berücksichtigt. Ein besonderer Fokus liegt auf der sicheren und effizienten Steuerung komplexer Abhängigkeiten zwischen einzelnen Komponenten. Die Arbeit zeigt, wie durch standardisierte Schnittstellen und automatisierte Verfahren die Zukunftsfähigkeit, Interoperabilität und Effizienz digitaler Bahninfrastrukturen gestärkt werden können.
„Paper Parts“ von Thomas Range
In seinem Masterprojekt „Paper Parts“ entwickelt Thomas Range einen Collage-Kurzfilm, der sich mit Körperbildern, Fast Fashion und Identitätsfindung auseinandersetzt. Der in Stop-Motion und mit digitaler Animation entstandene Film erzählt die Geschichte einer Papierfigur, die in der Welt ständig wechselnder Modetrends ihre eigene Identität verliert. Als sie beginnt, sich den äußeren Erwartungen anzupassen, zerreißt ihr Körper in zwei Hälften: Während eine Seite zur idealisierten Modefigur wird, formt sich die zurückgelassene Hälfte zu einem Monster.
Das Projekt verbindet analoge Gestaltung mit digitalen Techniken und zeigt, wie aus ausgeschnittenen Magazinbildern eine komplexe visuelle Erzählung entstehen kann. Gemeinsam mit einem kleinen Team entwickelte Range die Figuren aus Collagematerialien, die aus Modemagazinen entnommen wurden. Die Animation des Protagonisten entstand aus rund 1.000 einzeln gefertigten Papierbildern. In über einjähriger Produktionszeit entstand so ein Film über die Auseinandersetzung mit äußeren Einflüssen und die Wiederentdeckung der eigenen Ganzheit.