Im Sommersemester 2026 erkundeten 35 Studierende des zweiten Semesters Mainz aus einer etwas anderen Perspektive: Im Bachelor-Modul „Kartographie” erlernten sie grundlegende Methoden der Geoinformationssysteme, der Kartographie und der Webkartographie. Anschließend entwickelten sie eigene Kartenprojekte zu für sie relevanten Themen der Stadt Mainz. Betreut wurden die Studierenden durch Kevin Kaminski.
Unter dem Motto „Mein Mainz“ entwickelten sie in Gruppen eigene Kartenideen. Heraus kamen etwa Karten zu „Kneipen in Mainz“. Im Mittelpunkt standen dabei studentisch geprägte Kneipen, angebotene Biersorten und Preise sowie die Bewertungen auf Google. Eine Gruppe analysierte die Verteilung privater und öffentlicher Ladesäulen im Stadtgebiet, ihre Ladegeschwindigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit öffentlicher Ladeangebote. Auch die Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden in Mainz wurden untersucht, zu den (Fußball)Stadien der Regionalliga West und Südwest” entstand eine Groundhopperkarte mit Zuschauerzahlen und Stadionauslastung. Eine Gruppe befasste sich mit „TikTok-basierten Foodspots in Mainz” und kartierte Restaurants in der Innenstadt nach Anzahl und Thema der TikTok-Posts. Weitere Themen waren historische Orte in Mainz, Einbrüche, basierend auf einer Analyse des Polizeipresseportals mit inhaltlichen und räumlichen Schwerpunkten oder Einkaufsmöglichkeiten für Studierende.
Thema, räumlicher Ausschnitt und Darstellungsform konnten die Studierenden selbst wählen. So entstanden sowohl quantitative als auch qualitative Karten. Als Grundlage dienten offene oder autoritative, also amtliche, verifizierte oder von offiziellen Institutionen herausgegebene Datensätze. Einige Gruppen erhoben darüber hinaus eigene Daten, etwa durch Befragungen oder die Auswertung von Social-Media-Beiträgen. Auch die Kombination verschiedener Datenquellen war möglich.
Ziel des Moduls war es, die zuvor erworbenen Kenntnisse praktisch anzuwenden und unterschiedliche Perspektiven auf kartographische Arbeit kennenzulernen. Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Projekte im Kurs. Dabei stellten sie nicht nur ihre Ergebnisse vor, sondern reflektierten auch den gesamten Arbeitsprozess: Wie wurden die Daten erhoben und verarbeitet? Welche Schwierigkeiten traten dabei auf? Warum wurden bestimmte Geometrien, Farben oder Symbole gewählt? Und welchen gesellschaftlichen Mehrwert bietet die Karte für welche Zielgruppe?