Best Practice Forschungsprojekte

Der Immobilienmarkt in schrumpfenden Regionen mikroökonomisch analysiert

Themenstellung

Ausgangspunkt des vorliegenden Forschungsprojekts ist das zunehmend zu beobachtende Phänomen sich entleerender ländlicher Räume, in denen insbesondere die jüngeren Einwohner, etwa arbeitsmarktbedingt, abwandern und hauptsächlich ältere und alte Menschen zurückbleiben. Dies ist inzwischen nicht mehr nur ein Problem in den Neuen Bundesländern.
Gegenstand der Untersuchung ist der Wohnungsmarkt in schrumpfenden Regionen, der durch nachhaltigen und teilweise deutlich sichtbaren Leerstand geprägt ist. Für die Eigentümer bedeutet dies mangels Nachfrage eine Entwertung ihrer Immobilie. Sie ist – wenn überhaupt – häufig nur weit unter dem gewünschten Preis verkäuflich oder es entfallen Mieteinnahmen, während die Kosten für Erhaltung und Bewirtschaftung weiterhin bestehen. Das ist für die Eigentümer insbesondere dann problematisch, wenn die zur Alterssicherung angeschaffte Immobilie nun weder verkäuflich noch vermietbar ist, was für selbstnutzende Haushalte zum Mobilitätshemmnis wird.

Hinzu kommt, dass sichtbarer Leerstand auch den Wert von bewohnten Nachbargebäuden mindern kann, besonders dann, wenn leerstehende Gebäude zunehmend verfallen und so die Attraktivität des Quartiers sowohl für potenzielle Nachfrager, als auch für die noch dort Wohnenden beeinträchtigt wird. Betrachtet werden somit solche Regionen, in denen aus ökonomischer Sicht langfristig nur eine Reduktion des Wohnungsbestands die bestehende Leerstandsproblematik mindern kann. De facto heißt das: Abriss überflüssig gewordener Bestände. Der Fokus der Analyse liegt dabei auf der Gesamtregion.

Untersucht wird nicht die demographische Entwicklung an sich oder deren Veränderung durch die inzwischen stark gestiegene Zuwanderung, sondern vielmehr der Bestand an Wohnimmobilien in Regionen,  in denen Häuser nachhaltig leer stehen oder nur deshalb noch von den Eigentümern bewohnt sind, weil sie faktisch unverkäuflich sind.

Das Forschungsprojekt ist wirtschaftswissenschaftlich angelegt, gesucht wird nach einer für die Gesamtregion ökonomisch sinnvollen Lösung. Dass in Wohnungsmarktfragen andere, etwa soziale Aspekte wichtig sind, wird nicht übersehen, allerdings sind diese nicht Gegenstand des vorliegenden Forschungsvorhabens.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Dokument zum Download.

Eckdaten

Projektleitung:
Prof. Dr. Agnes Sputek
Fachbereich Wirtschaft, Hochschule Mainz
Fachgruppe VWL

Projektlaufzeit:
Sommersemester 2015 bis Sommersemester 2016

Kooperationspartner:
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Kontakt:
agnes.sputek (at) hs-mainz.de