AI-DPA Jahrestreffen 2026
AI-DPA Jahresmeeting 2026: Forschungsaustausch zwischen Hochschule Mainz und Universität Koblenz
Am 30. Juni 2026 fand an der Hochschule Mainz das diesjährige Jahresmeeting des Forschungsprojekts AI-DPA statt. Doktorandinnen und Doktoranden der Hochschule Mainz und der Universität Koblenz stellten den aktuellen Stand ihrer Dissertationsprojekte vor und diskutierten diesen gemeinsam mit den Professoren des Forschungskollegs.
Den Process-Mining-Teil des Treffens bildeten unter anderem zwei Vorträge:
Jonas Blatt (Universität Koblenz) stellte gemeinsam mit Patrick Delfmann einen neuen Ansatz zum Context-aware Relaxed Frequent Subgraph Mining vor. Das Verfahren erkennt wiederkehrende Kollaborationsmuster in unstrukturierten Geschäftsprozessen – etwa in Enterprise Collaboration Systems –, bei denen klassische Process-Mining-Methoden an ihre Grenzen stoßen. Durch eine ähnlichkeitsbasierte statt streng isomorphe Mustererkennung können auch strukturell variierende, aber inhaltlich vergleichbare Abläufe zuverlässig identifiziert werden. Die Methode wurde sowohl an einem Call-Center-Datensatz als auch an realen Daten der Kollaborationsplattform UniConnect erfolgreich erprobt.
Flavio Horbach (Hochschule Mainz) präsentierte den aktuellen Stand seines Dissertationsvorhabens zur Repräsentation und Abstraktion onkologischer Registerdaten für das Process Mining. Ausgehend von der Beobachtung, dass reale Krebsbehandlungsverläufe selten linear verlaufen, identifizierte er zentrale Forschungslücken in der Frage, wie klinische Registerdaten (oBDS) sinnvoll in objektzentrierte Eventlogs (OCEL 2.0) überführt werden können. Vorgestellt wurde dabei auch ein halbautomatischer, LLM-unterstützter Transformationsansatz, bei dem ein Sprachmodell Zuordnungsvorschläge macht, die anschließend von Fachexpert:innen geprüft und von einer deterministischen Engine umgesetzt werden – für nachvollziehbare und reproduzierbare Ergebnisse.
Neben den Vorträgen und der gemeinsamen Diskussion widmete sich das Treffen auch der allgemeinen Planung des Forschungskollegs sowie organisatorischen Fragen für den weiteren gemeinsamen Verlauf des Projekts.