Best Practice Interdisziplinäre Lehre
Aufbruch ins Unbekannte – 10.000 Jahre Migrationsgeschichte
Projektablauf
- Inhalt & kuratorisches Drehbuch (Archäologie)
Recherche, Kontextualisierung und Themencluster bilden die inhaltliche Basis. Exponatlogik und kuratorisches Drehbuch dienen als gemeinsame Arbeitsgrundlage. - Interdisziplinäre Übersetzung (Dramaturgie, Raum, Gestaltung)
Aus dem Drehbuch werden Stationen, Sequenz und Vermittlungslogik abgeleitet. Parallel entstehen: räumliche Ebene (Raumbilder, Wegführung, Trägersysteme), kommunikative Ebene (Erscheinungsbild, grafische Installationen/Manifeste) sowie Informations- und digitale Ebene (interaktive Anwendungen/Karten, analoge Infoträger). Regelmäßige Abstimmungen sichern Kohärenz zwischen Inhalt und Gestaltung. - Integration, Prototyping, Freigaben
1:1-Tests/Mock-ups prüfen das Zusammenspiel von Objekt–Text–Grafik–Raum–Digital. Auf Basis der Tests werden Inhalte und Gestaltung geschärft; anschließend erfolgen Produktions- und Bau-Freigaben. - Realisierung, Betrieb, Reflexion
Produktion/Werkstatt und Aufbau vor Ort inklusive Exponatintegration mit Fachpartner:innen. Dokumentation und studentische Reflexion sichern Learnings. In der Retrospektive werden konkrete Effekte der Verzahnung (Verständlichkeit, Dramaturgie, Zugänglichkeit) ausgewertet und in ein wiederholbares Template überführt (Drehbuch → Übersetzung → Integration → Realisierung).
Mehrwert durch Interdisziplinarität
Der Mehrwert des Projekts liegt darin, dass archäologische Inhalte über ein kuratorisches Drehbuch präzise vorstrukturiert und anschließend interdisziplinär in Raum-, Kommunikations- und Informationsdesign (digital + analog) übersetzt, getestet und 1:1 realisiert wurden. Interdisziplinarität wirkt hier prozessbestimmend: Archäologie erarbeitet Inhalte, Kontexte, Exponatlogik und Drehbuch; Innenarchitektur und Kommunikationsdesign übersetzen dies in Dramaturgie, Raumbilder und Vermittlungsformate. Regelmäßige Abstimmungen sichern die Kohärenz und gegenseitige Qualitätssicherung (Präzision + Verständlichkeit). Ergebnis: Exponate werden nicht nur gezeigt, sondern über räumliche und grafische Ebenen sowie Informationsangebote zugänglich, nachvollziehbar und gegenwartsbezogen erfahrbar.
Ausblick
Als Folgeprojekt entstand „Night Market – Connecting Communities“, ein partizipatives Mitmach- und Eventformat zur Museumsnacht, das die erprobte interdisziplinäre Zusammenarbeit verstetigt und den Gegenwartsbezug für neue Zielgruppen in den öffentlichen Raum überführt.
Im interdisziplinären Projekt »Aufbruch ins Unbekannte« konzipieren und realisieren Studierende von JGU-Archäologie sowie IA/KD eine Ausstellung im LEIZA/LUX: 10.000 Jahre Migrationsgeschichte. Archäologische Exponate und ein kuratorisches Drehbuch werden in Raum-, Erscheinungs- und Informationsdesign übersetzt. Prolog, thematische Stationen und Epilog verbinden historische Perspektiven mit Gegenwartsfragen – als Mutmacher für neue Sichtweisen.