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Preis des Hochschulrats

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Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus?

Im Rahmen einer Feierstunde in der Mainzer Volksbank haben Prof. Dr. Mechthild Dreyer, die stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats der Hochschule Mainz, und Prof. Dr. Susanne Weissman, die Präsidentin der Hochschule Mainz, den diesjährigen Preis des Hochschulrats für herausragende Studienleistungen verliehen. Da die Preisträgerin krankheitsbedingt nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, war sie per Video-Konferenz zugeschaltet.

Die Preisträgerin Henrieke Kayser konnte krankheitsbedingt nur per Video-Konferenz an der Veranstaltung teilnehmen.
Foto: Aylin Fetzer - Hochschule Mainz

Prof. Dr. Susanne Weissman, Präsidentin der Hochschule Mainz, und Prof. Dr. Mechthild Dreyer, stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats der Hochschule Mainz, bei der Überreichung der Urkunde, die von Christine Kayser, der Mutter der Preisträgerin, in Empfang genommen wurde (von links).
Foto: Aylin Fetzer - Hochschule Mainz

Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt Henrieke Kayser, Absolventin des Studiengangs Kommunikation im Raum, für ihre Masterarbeit „KOE.11-13. Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus und wie wollen wir sie in Zukunft nutzen?“. Die von Prof. Gerhard Kalhöfer (Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Innenarchitektur) betreute Arbeit wurde mit der bestmöglichen Note 1,0 bewertet. Zwei weitere mit 1,0 bewertete Arbeiten erhielten eine lobende Anerkennung: Der Film „The Last Judgement“ von Veronika Bolotina (Masterarbeit im Studiengang Zeitbasierte Medien, Betreuung Prof. Hartmut Jahn) sowie die Studienarbeit „Anwendung von Flüssen auf Netzwerken im Bauwesen" von Isabel Münzenmaier (Masterstudiengang Bau- und Immobilienmanagement, Betreuung Prof. Dr. Alfons Buchmann).

 

Gemeinschaftlich leben und arbeiten

Innenstädte stehen vor einem drastischen Wandel. Ihnen droht die Verödung, da sie sich zu sehr am Bedarf des Konsums orientiert haben und dadurch monofunktional geworden sind. Die Fragestellung, wie für den Konsum ausgelegte Gebäude in nichtkommerzielle Nutzungskonzepte umstrukturiert werden können, bildet die Grundlage des Entwurfs, den Henrieke Kayser in ihrer preisgekrönten Arbeit umgesetzt hat. Das Ziel ist es, ein gemeinwohlorientiertes Angebot zu schaffen, das die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner in den Vordergrund stellt.

In seiner Auswahlbegründung hob der Hochschulrat der Hochschule Mainz die aktuelle Relevanz der Arbeit hervor, Waren nicht nur unter rein kommerziellem Gesichtspunkt, sondern auch als gemeinschaftliche Güter zu betrachten: Frau Kayser habe sich mit dem selbst gewählten Thema konzeptionell überzeugend auseinandergesetzt und anschaulich gezeigt, wie man einen lebendigen Raum gemeinschaftlicher Arbeitsformen für Nachhaltigkeit und Recycling entwickeln und gestalten könne.

Als Fallbeispiel für die Erarbeitung eines Lösungsansatzes dient in der Masterarbeit ein existierendes Kaufhaus in Henrieke Kaysers Heimatstadt Frankfurt-Höchst. Der zweistöckige Gebäudekomplex befindet sich in der Mitte einer Fußgängerzone, die seit Langem gegen die Gefahr der Verödung ankämpft. Im Vergleich zu den Verkaufsflächen im Erdgeschoss weisen die Verkaufsflächen in der oberen Etage eine deutlich geringere Kundenfrequenz auf. Das Konzept sieht daher eine Umnutzung des gesamten Obergeschosses vor und schafft somit eine Co-Existenz von Konsum und gemeinwohlorientierten Angeboten.

Ein zentrales Element des Entwurfs ist eine neue Treppenstruktur, die sich wie ein Band durch die Fläche zieht. Sie bietet die Möglichkeit, gebrauchte Gegenstände zu verstauen oder mitzunehmen. Somit können Produkte nachhaltig genutzt und repariert wird.

Im Obergeschoss befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Treppenstruktur die „Bibliothek der Dinge“. Hier haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, unterschiedlichste Utensilien wie Elektrogeräte, Werkzeuge, Event- und Freizeitartikel auszuleihen. In einer öffentlichen Werkstatt auf der gegenüberliegenden Seite können Möbel aufgewertet, Fahrräder repariert und Prototypen gebaut werden. Den Besucherinnen und Besuchern stehen Werkzeuge, Arbeitsplätze und Staufläche zur Verfügung, um handwerklich aktiv zu werden. Im hinteren Bereich des Geschosses befinden sich Eventflächen, die für Workshops, Vorträge und Feiern genutzt werden können. An den Fassadenöffnungen schließlich befinden sich Ateliers, die Vereinen, Schulklassen, Kulturschaffenden oder Start-Ups Raum für kollaboratives Arbeiten bieten.

In ihrer Würdigung der Arbeit unterstrich Mechthild Dreyer: „Der Hochschulrat zeichnet mit seinem Preis eine beeindruckende Abschlussarbeit aus. Sie belegt an einem Fallbeispiel aus der Lebenswelt der Preisträgerin, wie sich die theoretischen Grundlagen der Fachrichtung Innenarchitektur und der praktische Transfer dieses Wissens zukunftsweisend verbinden lassen und welche großen Potentiale dieses Miteinander zur Weiterverfolgung eines solchen Konzeptes für die Gesellschaft bietet.“

Prof. Dr. Susanne Weissman betonte bei der Verleihung: „Mit dem Preis würdigen die Mitglieder des Hochschulrats auch in diesem Jahr wieder sehr gute Studienleistungen. Alle Vorschläge, die in die engere Auswahl gekommen sind, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen Position beziehen. Darauf sind wir als Hochschule besonders stolz: Studierende, die mit wachem und kritischem Geist an einer lebenswerten Zukunft für alle arbeiten.“

 

Visualisierungen: Henrieke Kayser

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